Zitate über ernst

Eine Sammlung von Zitaten zum Thema ernst, nehmen, leben, menschen.

Insgesamt 129 Zitate, Filter:

Erich Fried Foto

„Die Jungen
werfen
zum Spaß
mit Steinen
nach Fröschen
Die Frösche
sterben
im Ernst“

—  Erich Fried österreichischer Lyriker, Übersetzer und Essayist 1921 - 1988

Humorlos, in: Gedichte, Reclam Universal-Bibliothek, Stuttgart 1993, ISBN 3-15-008863-1

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„Von Gutem ist ein ernstes Wort, wenn man’s gebraucht am rechten Ort. Hast du’s zu tun jedoch mit Toren, ist jedes kluge Wort verloren. In solchem Fall, wie ihr entdeckt, hab’ ich die Zung’ herausgestreckt. Man kann es wohl nicht besser machen als blöde Leute auszulachen.“

—  Albert Einstein theoretischer Physiker 1879 - 1955

Gedicht Einsteins zu seinem berühmten Foto mit herausgestreckter Zunge vom 14. März 1951, aus: Martin Tschechne, „Als Albert Einsteins Zunge die Welt relativierte“, Kalenderblatt vom 14. März 2021 im Deutschlandfunk https://www.deutschlandfunk.de/legendaeres-foto-vor-70-jahren-als-albert-einsteins-zunge.871.de.html?dram:article_id=493982
Weitere

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„Nun, aller höhere Humor fängt damit an, daß man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt.“

—  Hermann Hesse, buch Der Steppenwolf

Figur »Pablo« in: Der Steppenwolf. Suhrkamp, 1974. S. 227. ISBN 9783518366752.

Heinrich Böll Foto

„Mach dir keinen Kummer, ich werde dich lieben und dir die schrecklichen Sachen ersparen, von denen dir deine Schulfreundinnen erzählen: Sachen, wie sie angeblich in Hochzeitsnächten passieren; glaub dem Geflüster dieser Närrinnen nicht; wir werden lachen, wenn es soweit ist, bestimmt, ich verspreche es dir, aber du mußt noch warten, ein paar Wochen, höchstens einen Monat, bis ich den Blumenstrauß kaufen, die Droschke mieten, vor eurem Haus vorfahren kann. Wir werden reisen, uns die Welt anschauen, du wirst mir Kinder schenken, fünf, sechs, sieben; die Kinder werden mir Enkel schenken, fünfmal, sechsmal, siebenmal sieben; du wirst nie merken, daß ich arbeite; ich werde dir den Männerschweiß ersparen, Muskelernst und Uniformernst; alles geht mir leicht von der Hand, ich hab's gelernt, ein bißchen studiert, hab den Schweiß im voraus bezahlt; ich bin kein Künstler; mach dir keine Illusionen; ich werde dir weder falsche noch echte Dämonie bieten können, das wovon dir deine Freundinnen Gruselmärchen erzählen, werden wir nicht im Schlafzimmer tun, sondern im Freien: du sollst den Himmel über dir sehen. Blätter oder Gräser sollen dir ins Gesicht fallen, du sollst den Geruch eines Herbstabends schmecken und nicht das Gefühl haben, an einer widerwärtigen Turnübung teilzunehmen, zu der du verpflichtet bist; du sollst herbstliches Gras riechen, wir werden im Sand liegen, unten am Flußufer, zwischen den Weidenbüschen, gleich oberhalb der Spur, die das Hochwasser hinterließ; Schlifstengel, Korken, Schuhkremdosen, eine Rosenkranzperle, die einer Schifferfrau über Bord fiel, und in einer Limonadenflasche eine Post; in der Luft der bittere Rauch der Schiffsschornsteine; rasselnde Ankerketten; wir werden keinen blutigen Ernst draus machen, obwohl's natürlich ernst und blutig ist".“

—  Heinrich Böll deutscher Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger 1917 - 1985

Billard um halbzehn / Ansichten eines Clowns / Ende einer Dienstfahrt

Seneca d.J. Foto

„Großenteils schafft man sich seinen Ärger selbst, entweder durch falschen Verdacht oder, weil man Kleinigkeiten zu ernst nimmt.“

—  Seneca d.J. römischer Philosoph -4 - 65 v.Chr

De Ira/Der Zorn, III, 12
Über den Zorn - De Ira
Original: lat.: "Magna pars querelas manu fecit aut falsa suspicando aut levia aggravando."

Arthur Schopenhauer Foto
Bill Shankly Foto

„Einige Leute halten Fußball für eine Sache von Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich versichere Ihnen, dass es viel ernster ist!“

—  Bill Shankly schottischer Fußballtrainer 1913 - 1981

Sunday Times, 4. Oktober 1981
Original engl.: "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that."

Georg Wilhelm Friedrich Hegel Foto

„Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand, - ist ein alter Scherz, den man wohl in unsern Zeiten nicht gar für Ernst wird behaupten wollen.“

—  Georg Wilhelm Friedrich Hegel, buch Grundlinien der Philosophie des Rechts

Grundlinien der Philosophie des Rechts, Berlin 1821. Vorrede S. XVI books.google.de http://books.google.de/books?id=H7NDAAAAcAAJ&pg=PR16
Grundlinien der Philosophie des Rechts

Arthur Schnitzler Foto

„Ein ernster Mensch sein und keinen Humor haben, das ist zweierlei.“

—  Arthur Schnitzler österreichischer Erzähler und Dramatiker 1862 - 1931

Zurückgelegte Sprüche
Zurückgelegte Sprüche

„Wer Träume nicht ernst nimmt, spielt nur mit dem Traum. Wir leben von Möglichkeiten und sterben an Wirklichkeiten.“

—  Hans Kudszus deutscher Aphoristiker 1901 - 1977

Jaworte, Neinworte, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 1973, ISBN 3518012525

Jean-Claude Juncker Foto

„Wenn es ernst wird, muss man lügen.“

—  Jean-Claude Juncker luxemburgischer Politiker und 14. Präsident der Europäischen Kommission 1954

auf einer Abendveranstaltung zur Euro-Krise in Brüssel im April 2011 dapd http://www.epochtimes.de/articles/2011/05/09/711482.html, zitiert nach spiegel.de http://www.spiegel.de/politik/deutschland/a-761509.html

„Vom Ernst des Lebens halb verschont // ist der schon, der in München wohnt.“

—  Eugen Roth deutscher Lyriker und populärer Dichter 1895 - 1976

"Auf geht's — eine oktoberfestliche Moritat". Fackelträger-Verlag 1961 http://books.google.de/books?id=kzcOAQAAIAAJ&q=verschont. Die ungenehmigte Verwendung des Zitats in Publikationen der Stadt München und als Wandinschrift in ihrer Touristeninformation war Gegenstand zweier Urheberrechtsprozesse, siehe OLG München 17. September 2009 (29 U 3271/09) http://openjur.de/u/31703.html und Archivalia http://archiv.twoday.net/stories/5809249/.

Carlos Ruiz Zafón Foto
Friedrich Dürrenmatt Foto
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„Wenn's nur dein Spiel gewesen, glaube mir, // Du wirst's in schwerem Ernste büßen müssen.“

—  Friedrich Schiller, Wallensteins Tod

Wallensteins Tod, I, 3 / Illo
Wallenstein - Trilogie (1798-1799), Wallensteins Tod

Arthur Schopenhauer Foto
Carl Friedrich Von Weizsäcker Foto

„Die alte Ethik der Nächstenliebe reicht aus, wenn wir sie auf die Realitäten der neuen technischen Welt anwenden; und wenn wir sie hier nicht anwenden, so ist es uns mit ihr nicht Ernst. Das revolutionärste Buch, das wir besitzen, das Neue Testament, ist nicht erschöpft.“

—  Carl Friedrich Von Weizsäcker deutscher Physiker und Philosoph (1912-2007) 1912 - 2007

Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels am 13. Oktober 1963 in der Frankfurter Paulskirche. pdf http://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/sixcms/media.php/1290/1963_v_weizsaecker.pdf Seite 13

Niels Bohr Foto

„Es gibt Dinge, die so ernst sind, daß man darüber nur scherzen kann.“

—  Niels Bohr dänischer Physiker des 20. Jahrhunderts 1885 - 1962

Mitgeteilt von Victor F. Weisskopf im Vorwort zu Wolfgang Pauli: Wissenschaftlicher Briefwechsel mit Bohr, Einstein, Heisenberg, u.a., Band 1, S. VI books.google.de http://books.google.de/books?id=MbdFYf8oSxEC&pg=PR

Thomas Alva Edison Foto

„Erfinden: ein Prozent Inspiration – neunundneunzig Prozent Transpiration.“

—  Thomas Alva Edison US-amerikanischer Erfinder und Unternehmer 1847 - 1931

zitiert bei Kurt Tucholsky (Peter Panter): Ein Indianerbuch der Technik (Rezension von ‚Edison, Sein Leben und Erfinden, Erzählt von Ernst Angel‘). Die Weltbühne 23. November 1926 Jahrgang 22, Nummer 47, Seite 830-831
(Original engl.: "Genius is one per cent inspiration, ninety-nine per cent perspiration." - zitiert als mündliche Bemerkung aus dem Jahr 1903 von Martin André Rosanoff: Edison in his laboratory. In: Harper’s Monthly Magazine. September 1932, S. 406, (online) http://www.harpers.org/archive/1932/09/0018333
"Genius is 1 per cent. inspiration and 99 per cent. perspiration." - zitiert als Edisons "historic remark" von Frank Lewis Dyer and Thomas Commerford Martin: Edison, His Life and Inventions. New York and London, 1910. gutenberg.org http://www.gutenberg.org/files/820/820.txt und
"Thomas A. Edison is credited with saying that real genius is made up of three parts inspiration and ninety-seven parts perspiration." - Popular Mechanics,Vol. VII No. 8, August 1905, p. 860.
Once, when asked to give his definition of genius, Mr. Edison replied: "Two per cent, is genius and ninety-eight per cent, is hard work." At another time, when the argument that genius was inspiration was brought before him, he said: “Bah! Genius is not inspired. Inspiration is perspiration.” - The Anecdotal Side of Edison. His Estimate of Genius. Ladies' Home Journal, April 1898 p. 8 books.google http://books.google.de/books?id=LKwiAQAAMAAJ&q=definition

Fidel Castro Foto

„Durch ihre Beihilfe zu den Verbrechen und Aggressionen der Vereinigten Staaten gegen Kuba, […], ist es die Europäische Union nicht wert, von unserem Volk ernst genommen zu werden.“

—  Fidel Castro ehemaliger kubanischer Staatspräsident 1926 - 2016

aus einer Botschaft an das mexikanische Volk am 26. Mai 2004, kuba-info.org http://www.kuba-info.org/53763398630d33804/500159950f0a5ac12/index.html

Richard von Weizsäcker Foto

„Jede Zeit nimmt erst mal ihre eigenen Herausforderungen ernst. Das soll sie ja tun. Ich finde nur, dass der Blick auf die Geschichte diesen Herausforderungen gegenüber eine wirkliche Erleichterung ist.“

—  Richard von Weizsäcker ehemaliger Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland 1920 - 2015

Stuttgarter Zeitung Nr. 210/2008 vom 8. September 2008, S. 21

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„Heute erscheint es mir wichtig, die Fähigkeit für die Utopie zu besitzen, auch die Fähigkeit zur Utopie nach rückwärts. Ich scherze mitunter: Es bleibt alles so, wie es niemals war - und meine es ernst.“

—  Werner Tübke deutscher Maler 1929 - 2004

1978
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/malerei-werner-tuebke-ist-tot-1160784-p2.html

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„Ein Witz ist eine sehr ernste Sache.“

—  Winston Churchill britischer Staatsmann des 20. Jahrhunderts 1874 - 1965

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Friedrich Nietzsche Foto
Friedrich Nietzsche Foto

„Emerson hat jene gütige und geistreiche Heiterkeit, welche allen Ernst entmutigt.“

—  Friedrich Nietzsche deutscher Philosoph und klassischer Philologe 1844 - 1900

Streifzüge eines Unzeitgemäßen, 13
Götzen-Dämmerung

Jean Paul Foto

„In der Liebe wird der Ernst der Jungfrau bezaubern; in der Ehe, die selber ein langer Ernst ist, möchte leichtes Scherzen und Bescherzen der Welt besser einschlagen.“

—  Jean Paul deutscher Schriftsteller 1763 - 1825

Bemerkungen über den Menschen, 6. Band, August 1811
Bemerkungen über den Menschen

Pablo Picasso Foto

„(Picasso zu Ernst Jünger über den Krieg:) "Wir beide, wie wir hier zusammensitzen, würden den Frieden an diesem Nachmittag aushandeln. Am Abend könnten die Menschen die Lichter anzünden.“

—  Pablo Picasso spanischer Maler, Grafiker und Bildhauer 1881 - 1973

Ernst Jünger: Das erste Pariser Tagebuch, 3. Auflage, Klett-Cotta Stuttgart 1998, ISBN 360893298-4, S. 133

Karl Raimund Popper Foto

„Etwa 1913 begann die Menschenbefreiung oder genauer die Frauenbefreiung sehr langsam mit dem Gaskocher, und etwa 1922 wurde der Gasherd ein ernster Konkurrent des kohlegefeuerten Küchenherds. Sogar Zentralheizungen blieben lange noch mit Kohle oder Koks geheizt. Die furchtbare Hausarbeit muß die Lebensdauer sehr verkürzt haben, von dem Arbeitsleid, das heute durch Lebensfreude ersetzt wird, ganz zu schweigen. Das verdanken die Frauen der Technik, auch die, die die Feindschaft gegenüber der Technik predigen.“

—  Karl Raimund Popper österreichisch-britischer Philosoph und Wissenschaftstheoretiker 1902 - 1994

Alles Leben ist Problemlösen, Vortrag gehalten in Bad Homburg 1991, abgedruckt in Alles Leben ist Problemlösen. S. 253-263, 2. Aufl. 2005, München, Piper, zitierte Stelle auf S. 263 books.google http://books.google.de/books?hl=de&id=GrIYAAAAYAAJ&q=1913
All life is problem solving (Alles Leben ist Problemlösen) 1994 (engl.)

Rainer Maria Rilke Foto

„Dann ward ich ernst. In meinem Herzen brannte // ein junges Hoffen und ein alter Gram… // Zur Zeit, als einmal dir die Gouvernante // den „Werther“ aus den Händen nahm.“

—  Rainer Maria Rilke österreichischer Lyriker, Erzähler, Übersetzer und Romancier 1875 - 1926

Traumgekrönt, aus: Lieben S. 89-100, 1896

Joachim Ringelnatz Foto

„Manche Leute verneigen // Sich gern vor Leuten, die ernsten Gesichts // Langdauernd schweigen.“

—  Joachim Ringelnatz, Schweigen

Schweigen. In: Gedichte dreier Jahre. Berlin: Rowohlt, 1932. S. 77

Friedrich Schiller Foto

„Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.“

—  Friedrich Schiller, Wallensteins Lager

Wallensteins Lager, Prolog
Wallenstein - Trilogie (1798-1799), Wallensteins Lager

Friedrich Schiller Foto

„So ernst, mein Freund? Ich kenne dich nicht mehr.“

—  Friedrich Schiller, Wilhelm Tell

Wilhelm Tell, I, 2 / Gertrud, S. 17
Wilhelm Tell (1804)

Kurt Tucholský Foto

„Shaw. So ernst, wie der heiter tut, ist er gar nicht.“

—  Kurt Tucholský deutscher Journalist und Schriftsteller (1890–1935) 1890 - 1935

"Schnipsel", in: "Die Weltbühne", 3. November 1931, S. 673
Schnipsel

Gerhard Uhlenbruck Foto

„Ein Clown nimmt die Schwächen seiner Mitmenschen ernst und dann zum Spaß auf den Arm.“

—  Gerhard Uhlenbruck deutscher Mediziner und Aphoristiker 1929

Kein Blatt vor den Mund nehmen, S. 25
Kein Blatt vor den Mund nehmen

Frank Wedekind Foto

„Das Leben hat es nicht gern und ist einem nicht gnädig und günstig, wenn man es zu ernst nimmt.“

—  Frank Wedekind deutscher Schriftsteller und Schauspieler 1864 - 1918

Brief an Beate Heine, 28. August 1900
Briefe

Cícero Foto

„Spiel und Scherz darf man genießen, aber gleichsam wie den Schlaf und die übrigen Erholungen dann, wenn wir bedeutende und ernste Dinge genug getan haben.“

—  Cícero, De officiis

De officiis (Vom pflichtgemäßen Handeln) I, 103
Original lat.: "ludo autem et ioco uti illo quidem licet, sed sicut somno et quietibus ceteris tum, cum gravibus seriisque rebus satis fecerimus."
De officiis (Vom pflichtgemäßen Handeln)

Theodor Fontane Foto

„Erst der Ernst macht den Mann, erst der Fleiß das Genie.“

—  Theodor Fontane, buch Gedichte

Unter ein Bildniß Adolf Menzel's. Aus: Gedichte. Stuttgart und Berlin: Cotta. 10. Auflage 1905, Seite 356
Andere Quellen

Johann Wolfgang von Goethe Foto

„die Natur versteht gar keinen Spaß, sie ist immer wahr, immer ernst, immer strenge; sie hat immer Recht, und die Fehler und Irrthümer sind immer des Menschen.“

—  Johann Wolfgang von Goethe deutscher Dichter und Dramatiker 1749 - 1832

zu Johann Peter Eckermann, 13. Februar 1829 http://www.zeno.org/nid/20004867424, books.google http://books.google.de/books?id=8I7Ov79fqhAC&pg=PA68
Selbstzeugnisse, Johann Peter Eckermann: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens (1836/1848)

Karl Gutzkow Foto

„Wir werden immer gut thun, Vorwürfe, die uns wie nur im Scherz gemacht wurden, getrost als im Ernst gemeint hinzunehmen.“

—  Karl Gutzkow deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Journalist 1811 - 1878

Vom Baum der Erkenntnis, Denksprüche von Karl Gutzkow, Verlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, Stuttgart 1868, Das innere Gesetz, S.45,

Ernst Jünger Foto
Johann Heinrich Voß Foto

„Des Jahres letzte Stunde // Ertönt mit ernstem Schlag.“

—  Johann Heinrich Voß deutscher Dichter und Übersetzer von Klassikern 1751 - 1826

Empfang des Neujahrs. In: Sämmtliche poetische Werke. Hrsg. von Abraham Voss. Leipzig: Müller, 1835. S. 164,

August von Platen Foto

„Ein Scherz hat oft gefruchtet, wo der Ernst nur Widerstand hervorzurufen pflegte.“

—  August von Platen deutscher Dichter 1796 - 1835

Berengar. Aus: Werke. Bd. 3. Stuttgart und Tübingen: Cotta. 1847. S. 125

Françoise Sagan Foto

„Ich zögere, diesem fremden Gefühl, dessen sanfter Schmerz mich bedrückt, seinen schönen und ernsten Namen zu geben: Traurigkeit.“

—  Françoise Sagan, buch Bonjour tristesse

Bonjour, tristesse. Berlin, 1955. ISBN 3-550-06766-6. Übersetzer: Helga Treichl. Erster Satz PT7 books.google https://books.google.de/books?id=rFtkCQAAQBAJ&pg=PT7
"Sur ce sentiment inconnu dont l'ennui, la douceur m'obsèdent, j'hésite àapposer le nom,le beau nom grave de tristesse." - PT5 books.google https://books.google.de/books?id=rlh-AwAAQBAJ&pg=PT5

Charles de Montesquieu Foto

„Jedes träge Volk ist ernst; denn die, welche nicht arbeiten, betrachten sich als die Gebieter derer, die arbeiten.“

—  Charles de Montesquieu französischer Schriftsteller und Staatsphilosoph 1689 - 1755

Meine Gedanken

Philip Stanhope Chesterfield Foto

„Scherze nie mit Leuten, wenn du siehst, dass sie gerade ernst und nachdenklich sind.“

—  Philip Stanhope Chesterfield britischer Diplomat 1694 - 1773

Briefe über die anstrengenden Kunst, ein Gentleman zu werden

Gilbert Keith Chesterton Foto
Johannes Rau Foto

„Wie sollen wir das denn nennen? Dem Ernst Kuzorra seine Frau ihr Stadion?“

—  Johannes Rau ehemaliger Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland 1931 - 2006

zu dem Vorschlag, ein Fußballstadion nach einer Frau zu benennen; unkorrekt zitiert als: "Dem Ernst Kuzorra seine Frau sein [sic!] Stadion?" von Jörg Hunke in DIE WELT 21. Juni 1999 http://www.welt.de/print-welt/article574413/Wenn_Frauen_das_Fussball_Fieber_packt.html und als: "Ernst-Kuzorra-seine-Frau-Stadion?" von Sven Goldmann im Tagesspiegel 12. November 2001 http://web.archive.org/web/20061017225449/http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/11.11.2001/ak-sp-4410318.html. Siehe auch w:Genitiv#Alternative Bildung des Genitivs
Von Bundeskanzler Gerhard Schröder im Bundestagswahlkampf 2002 parodiert als: "Wählt der Doris [= Ehefrau Schröders] ihrem Mann seine Partei!" und als "Ich wähle der Doris ihren [sic!] Mann seine Partei!" auf Buttons u.ä. in der Wahlwerbung verwendet, DER SPIEGEL 4. Oktober 2002 http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,216890,00.html und Hamburger Abendblatt (ap) 9. September 2002 http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article839500/Ich-waehle-Doris-ihren-Mann-seine-Partei.html

Friedrich Wilhelm I. (Preußen) Foto

„Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, daß die Advocati wollene schwartze Mäntel, welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man diese Spitzbuben schon von weitem erkennt.“

—  Friedrich Wilhelm I. (Preußen) König in Preußen (1713–1740) 1688 - 1740

anscheinend erstmals bei Max Arnold Nentwig: „Rechtsanwälte in Karikatur und Anekdote“ (Köln, Verlag Otto Schmidt, 1977. S. 19) und seither vielfach meist nur mit der dortigen Quellenangabe als „Cabinettsorder für Gerichte und Juristen-Fakultäten vom 15.12.1726“ zitiert.
Diese Cabinettsorder lässt sich so nicht feststellen. Eine Kleiderordnung für Advokaten und Prokuratoren findet man schon in dem eigenhändigen Schreiben des Königs an den Justizminister Christian Friedrich Freiherr von Bartholdi vom 2. April 1713 ( Acta Borussica I S. 382 https://archive.org/stream/diebehrdenorgan01posngoog#page/n550/mode/2up/), dessen Anordnungen durch Erlass vom 5. April 1713 dem Oberappellationsgericht, Geheimen Justizrath, Kammergericht und Consistorium zu Berlin mitgeteilt wurden:
"die atvocatten sollen schwartz gehen mit ein Menttelchen biß an die Knie / die Procuratores [sollen] einen schwartzen Rogck ohne mantell [tragen] mit einer rahbaht [rabat: frz. Überschlag] das auf die brust gehet / der generahl fischall [General-Fiscal] soll agiren gegen die die dar nicht so gehen werden und sollen [diese] karren [Zwangsarbeit leisten]."
Von Spitzbuben ist dort ebenso wenig die Rede wie in der „Circularordre vom 31. December 1726 an alle Collegia und Gerichte, die Advocaten und Procuratoren haben“, welche sich unter Nr. 6 mit Fragen der Amtstracht beschäftigt ( Acta Borussica IV,2 S. 120 ff. https://archive.org/stream/actaborussicade00berlgoog#page/n131/mode/2up/). Allerdings schreibt O. Hintze in den Acta Borussica VI. 1 S. 211 https://archive.org/stream/bub_gb_83U5AQAAIAAJ#page/n225/mode/2up von einer Äußerung des Königs über den Zweck der Tracht: „damit man die Spitzbuben schon von weitem erkennen und sich vor ihnen hüten könne“, doch verzichtet er darauf, dazu irgendwelche Einzelheiten oder gar eine Quelle mitzuteilen.
Vgl. zu allem Adolf Weißler: Die Geschichte der Rechtsanwaltschaft. Leipzig 1905. S. 310 ff. https://archive.org/stream/geschichtederre01weisgoog#page/n323/mode/2up.
Fälschlich zugeschrieben

Friedrich Stampfer Foto

„Glauben Sie im Ernst dass dieser Mann, ein brüllender Gorilla, regieren kann? Das kann nicht länger als drei Wochen dauern.“

—  Friedrich Stampfer deutscher Journalist und Politiker (SPD), MdR 1874 - 1957

im "Vorwärts" vom 1. Februar 1933 über die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler

Julius Stinde Foto

„Wenn Du für Deine Leier fichst, // So thu' es ernst und feierlichst.“

—  Julius Stinde deutscher Chemiker, Journalist und Schriftsteller 1841 - 1905

Die Kunst des Schüttelreimens

Eduard Mörike Foto
Pierre Bourdieu Foto

„Was ist schließlich ein Papst, ein Präsident oder ein Generalsekretär anderes als jemand, der sich für einen Papst oder einen Generalsekretär oder genauer: für die Kirche, den Staat, die Partei oder die Nation hält? Das einzige, was ihn von der Figur in der Komödie oder vom Größenwahnsinnigen unterscheidet, ist, daß man ihn im allgemeinen ernst nimmt und ihm damit das Recht auf diese Art von 'legitimem Schwindel', wie Austin sagt, zuerkennt.“

—  Pierre Bourdieu französischer Soziologe 1930 - 2002

Die verborgenen Mechanismen der Macht. Hamburg 1992, S. 86. übersetzer: Jürgen Bolder. ISBN 3-87975-605-8
Original französisch: "Après tout, qu’est-ce qu’un pape, un président ou un secrétaire général, sinon quelqu’un qui se prend pour un pape ou un secrétaire général ou plus exactement pour l’Église, l’État, le Parti, ou la nation? Seule chose : ce qui le sépare du personnage de comédie ou du mégalomane, c’est qu’on le prend généralement au sérieux et qu’on lui reconnaît ainsi le droit à cette sorte « d’imposture légitime » comme dit Austin. - Interventions, 1961-2001: science sociale & action politique. Agone, 2002. p. 176

Harald Schmidt Foto
Julius Sturm Foto

„Ein Wanderer schreitet durch die Nacht, // Sein Auge sucht die Sterne; // Der Heimat hat er still gedacht // In weiter, weiter Ferne; // Das Herz schlägt ihm so sehnsuchtsbang, // Er lauscht, ein fernes Glöcklein klang, // Das mahnet ernst zum Beten.“

—  Julius Sturm deutscher Dichter der Spätromantik 1816 - 1896

Gedicht: "Der Wanderer", autoren-gedichte.de http://www.autoren-gedichte.de/sturm/der-wanderer.htm

Paul de Lagarde Foto

„Bildung ist die Fähigkeit Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden, und jenes ernst zu nehmen.“

—  Paul de Lagarde deutscher Kulturphilosoph und Orientalist 1827 - 1891

Die graue Internationale, in: Deutsche Schriften. Zweiter Band. Göttingen 1881. S. 95 ff., 102 archive.org http://archive.org/stream/deutscheschrift02lagagoog#page/n109/mode/2up

Günther Anders Foto

„Je ernster die Lage, umso ernster kann die Funktion des Unernstes werden.“

—  Günther Anders österreichischer Philosoph, Dichter und Schriftsteller 1902 - 1992

Die Antiquiertheit des Menschen, Bd. 2, C.H. Beck Verlag, 4. unver. Auflage, München 1987. S. 361 (Essay Die Antiquiertheit des Ernstes, letzter Satz)

Katherine Mansfield Foto

„Wenn wir anfangen, unser Versagen nicht mehr so ernst zu nehmen, so heißt das, dass wir es nicht mehr fürchten.“

—  Katherine Mansfield neuseeländisch-britische Schriftstellerin 1888 - 1923

Tagebücher

Friedrich Gottlieb Klopstock Foto

„Ihr Edleren, ach es bewächst // Eure Male schon ernstes Moos.“

—  Friedrich Gottlieb Klopstock deutscher Autor und Dichter 1724 - 1803

Die frühen Gräber. Klopstocks Oden. Erster Band. Leipzig: Göschen, 1798. Seite 223
Original: "Ihr Edleren, ach es bewächst // Eure Maale schon ernstes Moos!"

Günther Beckstein Foto
Sting Foto
Horaz Foto

„Drum, solang es vergönnt, mische mit Lust den Ernst: Süß ist Leichtsinn am rechten Ort!“

—  Horaz römischer Dichter -65 - -8 v.Chr

Carmina 4,12,27-28
Original lat.: "“Misce stultitiam consiliis brevem: Dulce est desipere in loco.”

Frank Schätzing Foto

„Pessimismus ist der Schatten, den der Optimismus werfen muss, um ernst genommen zu werden. Alles andere ist Naivität.“

—  Frank Schätzing deutscher Schriftsteller 1957

"Der Spiegel" 1/2005, S. 114 spiegel.de http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-38785544.html?name=Leben+ist+an+sich+ein+Risiko

„Die Gefahr für den Philosophen liegt darin, dass er bereits da ernst zu machen sucht, wo der Künstler noch spielt.“

—  Carl August Emge deutscher Rechtsphilosoph 1886 - 1970

Diesseits und jenseits des Ernstes. Wiebaden 1956. 1984 in: Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Abhandlungen der Klasse der Literatur. S. 77 books.google.de http://books.google.de/books?id=V-Q3AAAAIAAJ&dq=noch+spielt

Leo Tolstoi Foto
Johan Huizinga Foto

„Ernst ist Nichtspiel und nichts anderes. Der Bedeutungsinhalt von Spiel dagegen ist mit Nichternst keineswegs definiert oder erschöpft: Spiel ist etwas Eigenes“

—  Johan Huizinga, buch Homo ludens

Johan Huizinga, Homo Ludens, Amsterdam 1939, S. 73, zitiert nach: Sandra Siebenhüter, Privatleben nicht vorgesehen [...], Wiesbaden 2005, ISBN 3835060104, S. 222

Kurt Schwitters Foto

„Ein Spiel mit ernsten Problemen. Das ist Kunst.“

—  Kurt Schwitters deutscher Maler, Werbegrafiker und Universalkünstler des Dadaismus 1887 - 1948

Briefe

Campino Foto

„Manch einer ist gar nicht so ernst, wie er heiter tut.“

—  Markus M. Ronner Schweizer Theologe, Publizist und Journalist 1938

Die treffende Pointe
Die treffende Pointe

David Levithan Foto

„… "Bist du Vegetarierin?" […] "Wieso?"
"Weil ich so eine Theorie habe: Wenn wir sterben, darf jedes Tier, das wir gegessen haben, dafür uns fressen. Und wenn du als Fleischfresser mal alle Tiere zusammenzählst, die du in deinem Leben gegessen hast - da kommt eine Menge Zeit im Fegefeuer zusammen, in der irgendwelche Viecher auf dir rumkauen."
"Im Ernst jetzt?"
Sie lacht. "Nein. Ich kann die Frage bloß nicht mehr hören…“

—  David Levithan, buch Letztendlich sind wir dem Universum egal

Every Day
Variante: Bist du Vegetarierin?" [... ] "Wieso?"
"Weil ich so eine Theorie habe: Wenn wir sterben, darf jedes Tier, das wir gegessen haben, dafür uns fressen. Und wenn du als Fleischfresser mal alle Tiere zusammenzählst, die du in deinem Leben gegessen hast - da kommt eine Menge Zeit im Fegefeuer zusammen, in der irgendwelche Viecher auf dir rumkauen?"
"Im Ernst jetzt?"
Sie lacht. "Nein. Ich kann die Frage bloß nicht mehr hören...

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„Nun aber wird der einsichtige Leser, welcher fähig ist, zwischen diese Zeilen hineinzulesen, was nicht geschrieben steht, aber angedeutet ist, sich eine Ahnung der ernsten Gefühle gewinnen, mit welchen ich damals Emmendingen betrat.“

—  Johann Wolfgang von Goethe deutscher Dichter und Dramatiker 1749 - 1832

www. zeno. org http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Autobiographisches/Aus+meinem+Leben.+Dichtung+und+Wahrheit/Vierter+Teil/Achzehntes+Buch

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„Wie nun der Philosoph zur Wirklichkeit des Daseins, so verhält sich der künstlerisch erregbare Mensch zur Wirklichkeit des Traumes; er sieht genau und gern zu: denn aus diesen Bildern deutet er sich das Leben, an diesen Vorgängen übt er sich für das Leben. Nicht etwa nur die angenehmen und freundlichen Bilder sind es, die er mit jener Allverständigkeit an sich erfährt: auch das Ernste, Trübe, Traurige, Finstere, die plötzlichen Hemmungen, die Neckereien des Zufalls, die bänglichen Erwartungen, kurz die ganze "göttliche Komödie" des Lebens, mit dem Inferno, zieht an ihm vorbei, nicht nur wie ein Schattenspiel - denn er lebt und leidet mit in diesen Scenen - und doch auch nicht ohne jene flüchtige Empfindung des Scheins; und vielleicht erinnert sich Mancher, gleich mir, in den Gefährlichkeiten und Schrecken des Traumes sich mitunter ermuthigend und mit Erfolg zugerufen zu haben: "Es ist ein Traum! Ich will ihn weiter träumen!" Wie man mir auch von Personen erzählt hat, die die Causalität eines und desselben Traumes über drei und mehr aufeinanderfolgende Nächte hin fortzusetzen im Stande waren: Thatsachen, welche deutlich Zeugniss dafür abgeben, dass unser innerstes Wesen, der gemeinsame Untergrund von uns allen, mit tiefer Lust und freudiger Nothwendigkeit den Traum an sich erfährt.“

—  Friedrich Nietzsche, buch Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik

The Birth of Tragedy (1872)

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„Für Marcel Proust.—Der Sohn wohlhabender Eltern, der, gleichgültig ob aus Talent oder Schwäche, einen sogenannten intellektuellen Beruf, als Künstler oder Gelehrter, ergreift, hat es unter denen, die den degoutanten Namen des Kollegen tragen, besonders schwer. Nicht bloß, daß ihm die Unabhängigkeit geneidet wird, daß man dem Ernst seiner Absicht mißtraut und in ihm einen heimlichen Abgesandten der etablierten Mächte vermutet. Solches Mißtrauen zeugt zwar von Ressentiment, würde aber meist seine Bestätigung finden. Jedoch die eigentlichen Widerstände liegen anderswo. Die Beschäftigung mit geistigen Dingen ist mittlerweile selber »praktisch«, zu einem Geschäft mit strenger Arbeitsteilung, mit Branchen und numerus clausus geworden. Der materiell Unabhängige, der sie aus Widerwillen gegen die Schmach des Geldverdienens wählt, wird nicht geneigt sein, das anzuerkennen. Dafür wird er bestraft. Er ist kein »professional«, rangiert in der Hierarchie der Konkurrenten als Dilettant, gleichgültig wieviel er sachlich versteht, und muß, wenn er Karriere machen will, den stursten Fachmann an entschlossener Borniertheit womöglich noch übertrumpfen. Die Suspension der Arbeitsteilung, zu der es ihn treibt, und die in einigen Grenzen seine ökonomische Lage zu verwirklichen ihn befähigt, gilt als besonders anrüchig: sie verrät die Abneigung, den von der Gesellschaft anbefohlenen Betrieb zu sanktionieren, und die auftrumpfende Kompetenz läßt solche Idiosynkrasien nicht zu. Die Departementalisierung des Geistes ist ein Mittel, diesen dort abzuschaffen, wo er nicht ex officio, im Auftrag betrieben wird. Es tut seine Dienste um so zuverlässiger, als stets derjenige, der die Arbeitsteilung kündigt—wäre es auch nur, indem seine Arbeit ihm Lust bereitet —, nach deren eigenem Maß Blößen sich gibt, die von den Momenten seiner Überlegenheit untrennbar sind. So ist für die Ordnung gesorgt: die einen müssen mitmachen, weil sie sonst nicht leben können, und die sonst leben könnten, werden draußen gehalten, weil sie nicht mitmachen wollen. Es ist, als rächte sich die Klasse, von der die unabhängigen Intellektuellen desertiert sind, indem zwangshaft ihre Forderungen dort sich durchsetzen, wo der Deserteur Zuflucht sucht.“

—  Theodor W. Adorno, buch Minima Moralia

Minima Moralia (1951)

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