Zitate von Heinrich Böll

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Heinrich Böll

Geburtstag: 21. Dezember 1917
Todesdatum: 16. Juli 1985

Heinrich Theodor Böll gilt als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit. Im Jahr 1972 erhielt er den Nobelpreis für Literatur, mit welchem seine literarische Arbeit gewürdigt wurde, „die durch ihren zeitgeschichtlichen Weitblick in Verbindung mit ihrer von sensiblem Einfühlungsvermögen geprägten Darstellungskunst erneuernd im Bereich der deutschen Literatur gewirkt hat“. In seinen Romanen, Kurzgeschichten, Hörspielen und zahlreichen politischen Essays setzte er sich kritisch mit der jungen Bundesrepublik auseinander. Darüber hinaus arbeitete er gemeinsam mit seiner Frau Annemarie Böll als Übersetzer englischsprachiger Werke ins Deutsche und als Herausgeber.

Werk

Irisches Tagebuch
Heinrich Böll

Zitate Heinrich Böll

„Höflichkeit ist doch die sicherste Form der Verachtung«.“

—  Heinrich Böll
Billard um halbzehn. Köln und Berlin: Kiepenheuer & Witsch, 1959. S. 229

„Mach dir keinen Kummer, ich werde dich lieben und dir die schrecklichen Sachen ersparen, von denen dir deine Schulfreundinnen erzählen: Sachen, wie sie angeblich in Hochzeitsnächten passieren; glaub dem Geflüster dieser Närrinnen nicht; wir werden lachen, wenn es soweit ist, bestimmt, ich verspreche es dir, aber du mußt noch warten, ein paar Wochen, höchstens einen Monat, bis ich den Blumenstrauß kaufen, die Droschke mieten, vor eurem Haus vorfahren kann. Wir werden reisen, uns die Welt anschauen, du wirst mir Kinder schenken, fünf, sechs, sieben; die Kinder werden mir Enkel schenken, fünfmal, sechsmal, siebenmal sieben; du wirst nie merken, daß ich arbeite; ich werde dir den Männerschweiß ersparen, Muskelernst und Uniformernst; alles geht mir leicht von der Hand, ich hab's gelernt, ein bißchen studiert, hab den Schweiß im voraus bezahlt; ich bin kein Künstler; mach dir keine Illusionen; ich werde dir weder falsche noch echte Dämonie bieten können, das wovon dir deine Freundinnen Gruselmärchen erzählen, werden wir nicht im Schlafzimmer tun, sondern im Freien: du sollst den Himmel über dir sehen. Blätter oder Gräser sollen dir ins Gesicht fallen, du sollst den Geruch eines Herbstabends schmecken und nicht das Gefühl haben, an einer widerwärtigen Turnübung teilzunehmen, zu der du verpflichtet bist; du sollst herbstliches Gras riechen, wir werden im Sand liegen, unten am Flußufer, zwischen den Weidenbüschen, gleich oberhalb der Spur, die das Hochwasser hinterließ; Schlifstengel, Korken, Schuhkremdosen, eine Rosenkranzperle, die einer Schifferfrau über Bord fiel, und in einer Limonadenflasche eine Post; in der Luft der bittere Rauch der Schiffsschornsteine; rasselnde Ankerketten; wir werden keinen blutigen Ernst draus machen, obwohl's natürlich ernst und blutig ist".“

—  Heinrich Böll
Billard um halbzehn / Ansichten eines Clowns / Ende einer Dienstfahrt

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„Einmischung ist die einzige Möglichkeit, realistisch zu bleiben.“

—  Heinrich Böll
Einmischung erwünscht [1973], S. 15 books.google https://books.google.de/books/?id=GlAKAQAAIAAJ&q=idealistisch, in: Einmischung erwünscht. Schriften zur Zeit. Kiepenheuer & Witsch 1977, S. 13 ff. Vgl. auch boell.de https://www.boell.de/de/content/heinrich-boell-leben-und-werk-5 Zuerst in fragwürdiger Übersetzung als "Meddling is the only way to stay relevant” unter dem Titel "A Plea for Meddling" in The New York Times vom 18. Februar 1973

„Mir muß eine Sache Spaß machen, sonst werde ich krank.“

—  Heinrich Böll, buch Ansichten eines Clowns
Ansichten eines Clowns, Ansichten eines Clowns. Köln und Berlin: Kiepenheuer & Witsch, 1963. S. 122

„Nichts darf man, auch keinen Krieg anfangen.“

—  Heinrich Böll
Die Verwundung und andere frühe Erzählungen: Lamuv, 1983. S. 17

„Der Feierabend des Nichtkünstlers ist die Arbeitszeit eines Clowns.“

—  Heinrich Böll, buch Ansichten eines Clowns
Ansichten eines Clowns, Ansichten eines Clowns. Köln und Berlin: Kiepenheuer & Witsch, 1963. S. 121

„Personen und Handlung dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der Bild -Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.“

—  Heinrich Böll, buch Ansichten eines Clowns
Ansichten eines Clowns, Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann, Motto der Erzählung. heinrich-boell.de http://www.heinrich-boell.de/HeinrichBoellTextDesMonats.htm

„… als Luftveränderung kann Bonn für Stunden Wunder wirken.“

—  Heinrich Böll, buch Ansichten eines Clowns
Ansichten eines Clowns, Ansichten eines Clowns. Köln und Berlin: Kiepenheuer & Witsch, 1963. S. 83

„Inzwischen ist die Bild-Zeitung ja fast schon das regierungsamtliche Blatt.“

—  Heinrich Böll, buch Ansichten eines Clowns
Ansichten eines Clowns, Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann, Zehn Jahre später - Nachwort zur Neuausgabe (1984). heinrich-boell.de http://www.heinrich-boell.de/HeinrichBoellTextDesMonats.htm

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