Zitate von Erich Fried

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Erich Fried

Geburtstag: 6. Mai 1921
Todesdatum: 22. November 1988
Andere Namen: Erich Fried

Erich Fried war ein österreichischer Lyriker, Übersetzer und Essayist.

Fried war in der Nachkriegszeit ein Hauptvertreter der politischen Lyrik in Deutschland. Gleichzeitig gilt er vielen als bedeutender Shakespeare-Übersetzer, dem es als erstem gelungen ist, die Sprachspiele des englischen Dramatikers ins Deutsche zu übertragen. Er übersetzte außerdem u. a. T. S. Eliot, Dylan Thomas, Graham Greene, Sylvia Plath und John Synge. Zudem verfasste Fried einen Roman und Kurzprosa.

Er beteiligte sich am politischen Diskurs seiner Zeit, hielt Vorträge, nahm an Demonstrationen teil und vertrat öffentlich Positionen der Außerparlamentarischen Opposition, so dass er sich in konservativen und rechten Kreisen einen Ruf als „Stören-Fried“ erwarb. Allerdings war er ein unabhängiger Geist, der sich nicht für eine festgelegte Ideologie vereinnahmen lassen wollte. Seine 1979 veröffentlichten Liebesgedichte haben ein breiteres Publikum gefunden.

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„Die Jungen // werfen // zum Spaß // mit Steinen // nach Fröschen // Die Frösche // sterben // im Ernst“ Humorlos, in: Gedichte, Reclam Universal-Bibliothek, Stuttgart 1993, ISBN 3-15-008863-1

„Nichtwissen// tut niemand weh // mit Ausnahme derer // denen wehgetan werden kann // weil niemand es weiß“ Vorteile der Unwissenheit (in allen Ländern der Hochsicherheit), in: Lebensschatten, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1981. S. 35 ISBN 3-0831-0111-5


„Er sagt „Ich kann dich lesen wie ein offenes Buch“ und er glaubt, dass er jedes Buch, das er liest, auch verstehen kann.“

„Zu den Steinen hat einer gesagt: "seid menschlich."
Die Steine haben gesagt: "Wir sind noch nicht
hart genug!“

„Dich bedecken
nicht mit Küssen
nur einfach
mit Deiner Decke
(die Dir
von der Schulter
geglitten ist)
daß Du
im Schlaf nicht frierst.

Später
wenn Du
erwacht bist
das Fenster zumachen
und Dich umarmen
und Dich bedecken
mit Küssen
und Dich
entdecken.“

„Erinnern
das ist
vielleicht
die qualvollste Art
des Vergessens
und
vielleicht
die freundlichste Art
der Linderung
dieser Qual“

„Wenn die Gedichte // einfacher werden // so zeigt das // nicht immer an // daß das Leben // einfach geworden ist“ Widerspiegelung, in: Lebensschatten, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1981. S. 75 ISBN 3-0831-0111-5

„Wer will // daß die Welt // so bleibt // wie sie ist // der will nicht // daß sie bleibt“ Status quo (zur Zeit des Wettrüstens), in: Lebensschatten, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1981. S. 93 ISBN 3-0831-0111-5


„Es ist nicht wahr // daß Geschichte // gefälscht wird // Sie hat sich großenteils // wirklich // falsch // zugetragen // Ich kann das bezeugen: // Ich war dabei“ Die Engel der Geschichte, in: Gesammelte Werke, Berlin 1993, Bd. 2, S. 491

„Zu sagen // »Hier herrscht Freiheit« // ist immer // ein Irrtum // oder auch // eine Lüge: // Freiheit herrscht nicht“ Herrschaftsfreiheit, in: Gedichte, Reclam Universal-Bibliothek, Stuttgart 1993, ISBN 3-15-008863-1

„Es ist was es ist // sagt die Liebe“ Was es ist, in: Es ist was es ist - Liebesgedichte, Angstgedichte, Zorngedichte, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1996, ISBN 9783803131188 Siehe dazu: Was es ist

„Eigenartig
wie das Wort eigenartig
es fast als fremdartig hinstellt
eine eigene Art zu haben“


„Zweifle nicht // an dem // der dir sagt // er hat Angst // aber hab Angst // vor dem // der dir sagt // er kenne keine Zweifel“ Angst und Zweifel, in: 100 Gedichte ohne Vaterland, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1979, ISBN 3-8031-2044-6

„What it is

It is madness
says reason
It is what it is
says love
It is unhappiness
says caution
It is nothing but pain
says fear
It has no future
says insight
It is what it is
says love
It is ridiculous
says pride
It is foolish
says caution
It is impossible
says experience
It is what it is
says love.“
Es ist was es ist. Liebesgedichte. Angstgedichte. Zorngedichte

„Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz

Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe“

„Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt.“

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