Zitate über Dichtung

Eine Sammlung von Zitaten zum Thema dichtung.

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Hermann Broch Foto

„Du bist immer allzu bescheiden gewesen, Vergil, doch kein Mann falscher Bescheidenheit; es ist mir klar, daß du deine Gaben absichtlich schlecht machen willst, um sie uns schließlich hinterrücks zu entziehen.'

Nun war es ausgespochen, ach, nun war es ausgesprochen – unbeirrbar und hart ging der Cäsar auf sein Ziel los, un nichts wird ihn hindern, die Manuskripte zu rauben: 'Octavian, laß mir das Gedicht!'

'Sehr richtig, Vergil, das ist es... Lucius Varius und Plotius Tucca haben mir von deinem erschreckenden Vorhaben berichtet, und gleich ihnen wollte ich es nicht glauben... gedenkst du tatsächlich deine Werke zu vernichten?'

Schweigen breitete sich im Raume aus, ein strenges Schweigen, das fahl und dünnstrichig konturiert in dem nachdenklich strengen Gesicht des Cäsars seinen Mittelpunkt hatte. Im Nirgendwo klagte etwas sehr leise und auch dies so dünn und geradlinig wie die Falte zwischen des Augustus Augen, dessen Blick auf ihn ruhte.

'Du schweigst', sagte der Cäsar, 'und dies heißt wohl, daß du dein Geschenk tatsächlich zurückziehen willst... bedenke, Vergil, es ist die Äneis! deine Freunde sind sehr betrübt, und ich, du weißt es, ich rechne mich zu ihnen.'

Plotias leises Klagen wurde vernehmlicher; dünn aneinandergereiht, betonungslos kamen die Worte: 'Vernichte die Dichtung, gib mir dein Schicksal; wir müssen uns lieben.'

Das Gedicht vernichten, Plotia lieben, Freund dem Freunde sein, seltsam überzeugend fügte sich Verlockung an Verlokkung, und doch war es nicht Plotia, die daran teilnehmen durfte: 'Oh, Augustus, es geschieht um unserer Freundschaft willen; dringe nicht in mich.'

'Freundschaft?... du sprichst, als ob wir, deine Freunde, unwert wären, dein Geschenk zu behalten.“

— Hermann Broch österreichischer Schriftsteller 1886 - 1951
The Death of Virgil

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„Jede gute Erzählung, so wie gute Dichtung, umgibt sich von selber mit Lehren.“

— Jean Paul deutscher Schriftsteller 1763 - 1825
Levana, § 125, gutenberg. spiegel. de

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„Dichtung ist Erinnerung und Ahnen von Dingen; was sie besingt, ist nicht gestorben, was sie berührt, lebt schon.“

— Alphonse De Lamartine französischer Dichter, Schriftsteller und Politiker 1790 - 1869
Geschichte der Girondisten

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„Das Erste, was ein aufrichtiges Gemüth aus der Betrachtung alter Fabel und Sage lernen kann, ist, daß hinter ihnen kein eitler Grund, keine Erdichtung, sondern wahrhafte Dichtung liegt; [... ] objective Begeisterung“

— Jacob Grimm deutscher Sprach- und Literaturwissenschaftler sowie Jurist, Begründer der deutschen Philologie und Altertumswissensc... 1785 - 1863
Gedanken über Mythos, Epos und Geschichte, in: Deutsches Museum, Band 3. Wien 1813, S. 53 Google Books

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„Bezeichnest du die Malerei als stumme Dichtung, so kann der Maler erst recht die Dichtung als blinde Malerei bezeichnen.“

— Leonardo Da Vinci italienischer Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph 1452 - 1519
Tagebücher und Aufzeichnungen, Traktat über die Malerei

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„In der Dichtung schlägt das Herz eines Volkes und sein Gewissen.“

—  Klabund deutscher Schriftsteller 1890 - 1928
Klabund - Geschichte der Weltliteratur in einer Stunde. Leipzig, 1922, Dürr & Weber, Seite 5

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„Die heutige Dichtung der Expressionisten ist nicht unverständlicher oder absonderlicher als irgendein hymnisches oder ekstatisches Gedicht von Goethe, mit dessen Grundformen sie sich berührt.“

—  Klabund deutscher Schriftsteller 1890 - 1928
Deutsche, lest Eure Dichter. Aus: Klabunds Literaturgeschichte. Hrsg. von Ludwig Goldscheider. Wien: Phaidon, 1929. S. 197

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„Lügen und Dichtung sind Künste.“

— Oscar Wilde irischer Schriftsteller 1854 - 1900
Der Verfall der Lüge / Vivian

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