„Das stimmt, solche Menschen gibt es", antwortete Herr Dimmesdale. "Doch ohne an naheliegendere Gründe zu denken, wäre es doch möglich, daß sie Schweigen bewahren aus der Veranlagerung ihres Wesens. Oder daß sie - dürfen wir es nicht annehmen?-, schuldig wie sie vielleicht sind, trotzdem am Eifer zu Ehre Gottes und zum Wohle der Menschen festhalten und deshalb zurückschrecken, sich schwarz und dreckig vor den Augen der Menschen zu zeigen, weil sie danach nichts Gutes bewirken, nichts Schlechtes aus der Vergangenheit durch besseren Dienst auslöschen können. So wandeln sie zur eigenen unaussprechlichen Qual unter ihren Mitgeschöpfen und sehen dabei rein aus wie frisch gefallener Schnee, auch wenn ihre Herzen durch Unrecht befleckt und besudelt sind, von dem sie sich selbst nicht befreien können."
"Diese Menschen betrügen sich selbst", sagte Roger Chillingworth mit etwas größerem Nachdruck als gewöhnlich und machte eine kleine Geste mit dem Zeigefinger. "sie fürchten, die Schande auf sich zu nehmen, die ihnen von Rechts wegen zusteht. Ihre Liebe zu den Menschen, ihr Eifer für den Gottesdienst - diese heiligen Triebe mögen oder mögen nicht in ihren Herzen gemeinsam mit den bösen Insassen existieren, denen eigene Schuld die Tür entriegelt hat, so daß sie ihre Höllenbrut fortpflanzen müssen. Doch wenn sie Gott verehren wollen, dann sollen sie ihre unreinen Hände nicht gen Himmel heben! Wenn sie ihren Mitmenschen dienen wollen, dann sollen sie es, indem sie Kraft und Wirklichkeit des Gewissens zeigen und sich zur reuevollen Selbsterniedrigung zwingen! Möchten Sie, daß ich denke, o mein weiser, frommer Freund, ein falscher Schein könne mehr tun, könne besseres tun zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschen, als Gottes eigene Wahrheit? Glauben Sie mir, diese Menschen betrügen sich selbst!“

The Scarlet Letter

Letzte Aktualisierung 23. Juni 2021. Geschichte

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„Entfachen die Götter den Eifer der Menschen,
oder erhebt man das eigene grausame Trachten zur Gottheit?“

—  Vergil römische Dichter -70 - -19 v.Chr

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„Der Mensch hat nichts Eigenes und gehört zu Gott.“

—  Franz von Assisi Ordensgründer und Heiliger der römisch-katholischen Kirche 1182 - 1226

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—  Johann Heinrich Pestalozzi, buch Lienhard und Gertrud

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„Der Grund der Liebe Gottes zum Menschen liegt nicht im Menschen, sondern allein in Gott selbst.“

—  Manfred Weber deutscher Politiker (CSU), MdEP 1972

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„Menschen sollen eine Verbindung zu den Göttern haben, und doch haben wir uns von ihnen getrennt.“

—  Patxi Xabier Lezama Perier baskisch-spanischer Bildhauer und Autor 1967

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Coolturamagazine http://d-nb.info/gnd/1208944886 Deutschen Nationalbibliothek (DNB)

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—  Homér, Ilias

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„Allmächtiger Gott, ich bete zur dir, auf dass du deinen letzten Vertrauten alsbald wieder mögest erscheinen lassen, den Versprochenen, diesen vollkommenen und reinen Menschen. O Gott, mach uns zu seinen Gefährten und Jüngern, die seiner Sache dienen.“

—  Mahmūd Ahmadī-Nežād iranischer Politiker 1956

Rede vor der UN-Vollversammlung am 17. September 2005, zitiert in stern.de http://www.stern.de/politik/ausland/2-mahmud-ahmadinedschad-biedermann-und-brandstifter-551974.html 22. Dezember 2005
Englisch: "O mighty Lord, I pray to you to hasten the emergence of your last repository, the promised one, that perfect and pure human being, the one that will fill this world with justice and peace. O Lord, include us among his companions, followers and those who serve his cause." - un.org http://www.un.org/webcast/ga/60/statements/iran050917eng.pdf

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—  Alphonse De Lamartine französischer Dichter, Schriftsteller und Politiker 1790 - 1869

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„Sobald der Mensch ein wenig an Gott denkt, fühlt sein Herz eine gewisse beglückende Erregung, die Zeugnis gibt, dass Gott der Gott des menschlichen Herzens ist.“

—  Franz von Sales französischer Bischof von Genf/Annecy, Ordensgründer, Kirchenlehrer, Heiliger 1567 - 1622

Zitat aus "Mit Gottes Wort durch das Jahr 2008", franz-sales-verlag.de http://www.franz-sales-verlag.de/fsvwiki/index.php/Lexikon/Zitate-Gott, Zitate zu Gott

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„[Freiheit] ist kein Geschenk, das uns andere Menschen machen, sondern ein Recht, das uns nach den Gesetzen Gottes und der Natur zusteht.“

—  Benjamin Franklin amerikanischer Drucker, Verleger, Schriftsteller, Naturwissenschaftler, Erfinder und Staatsmann 1706 - 1790

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„Der Mensch kann wohl tun was er will, aber er kann nicht wollen was er will.“

—  Arthur Schopenhauer deutscher Philosoph 1788 - 1860

Variante: Der Mensch kann tun was er will; er kann aber nicht wollen was er will.
Quelle: Essays and Aphorisms

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„Der Mensch ist aber ein Gott, so bald er Mensch ist. Und ist er ein Gott, so ist er schön.“

—  Friedrich Hölderlin, buch Hyperion

Zweites Buch, Hyperion an Bellarmin XXX, S. 141
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„Wie? ist der Mensch nur ein Fehlgriff Gottes? Oder Gott nur ein Fehlgriff des Menschen?“

—  Friedrich Nietzsche, buch Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert

Sprüche und Pfeile, 7
Götzen-Dämmerung
Quelle: Twilight of the Idols

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