„Der gute Kampf ist der, den wir im Namen unserer Träume führen. Wenn sie mit aller Macht in unserer Jugend aufflammen, haben wir zwar viel Mut, doch wir haben noch nicht zu kämpfen gelernt. Wenn wir aber unter vielen Mühen zu kämpfen gelernt haben, hat uns der Kampfesmut verlassen. Deshalb wenden wir uns gegen uns selber und werden zu unseren schlimmsten Feinden. Wir sagen, dass unsere Träume Kindereien, zu schwierig zu verwirklichen seien oder nur daher rührten, dass wir von den Realitäten des Lebens keine Ahnung hätten. Wir töten unsere Träume, weil wir Angst davor haben, den guten Kampf aufzunehmen. [... ]

Das erste Symptom, dass wir unsere Träume töten, ist, dass wir nie Zeit haben. Die meistbeschäftigen Menschen, die ich in meinem Leben kennengelernt habe, waren zugleich auch die, die immer für alles Zeit hatten. Diejenigen, die nichts taten, waren immer müde, bemerkten nicht, wie wenig sie schafften, und beklagten sich ständig darüber, dass der Tag zu kurz sei. In Wahrheit hatten sie Angst davor, den guten Kampf zu kämpfen.

Das zweite Symptom dafür, dass unsere Träume tot sind, sind unsere Gewissheiten. Weil wir das Leben nicht als ein grosses Abenteuer sehen, das es zu leben gilt, glauben wir am Ende, dass wir uns dem wenigen, was wir vom Leben erbeten haben, weise, gerecht und korrekt verhalten. {... ]

Das dritte Symptom für den Tod unserer Träume ist schließlich der Friede. Das Leben wird zu einem einzigen Sonntagnachmittag, verlangt nichts Grosses von uns, will nie mehr von uns, als wir zu geben bereit sind. Wir halten uns dann für reif, glauben, dass wir unsere kindischen Phantasien überwunden und die Erfüllung auf persönlicher und beruflicher Ebene erlangt haben. Wir reagieren überrascht, wenn jemand in unserem Alter sagt, dass er noch das oder jenes vom Leben erwartet. Aber in Wahrheit, ganz tief im Inneren unserer Herzens, wissen wir, dass wir es in Wirklichkeit nur aufgegeben haben, um unsere Träume zu kämpfen, den guten Kampf zu führen.“

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„Das Leben ist ein Kampf. Und solange du kämpfst, bist du nicht tot. Die Toten haben keine Kämpfe mehr.“

—  Arthur Miller US-amerikanischer Schriftsteller 1915 - 2005
im Interview mit Matthias Matussek. Der Spiegel Nr. 52/1992 vom 21. Dezember 1992

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„Wir kämpfen darum, in Frieden zu leben.“

—  Aristoteles klassischer griechischer Philosoph -384 - -322 v.Chr

Original: We make war that we may live in peace.
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„Mein Leben ist ein Kampf.“

—  Voltaire Autor der französischen und europäischen Aufklärung 1694 - 1778
Le fanatisme, 2. Akt, 4. Szene / Mohammed; Nachzitat von Beaumarchais

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„Zu leben heißt zu kämpfen.“

—  Seneca d.J. römischer Philosoph -4 - 65 v.Chr
Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), XVI, XCVI, 5

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„Mit schlechten Waffen wird man nie gut kämpfen.“

—  Baltasar Gracián Y Morales 1601 - 1658
Handorakel und Kunst der Weltklugheit, 142

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„Leben heißt träumen; weise sein, Lomellin, heißt angenehm träumen.“

—  Friedrich Schiller deutscher Dichter, Philosoph und Historiker 1759 - 1805
Die Verschwörung des Fiesco zu Genua I, 6 / Fiesco

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„Im Traum läuft man manchmal und sucht. Man muss unbedingt jemanden finden. Und man hat es so eilig. Es gilt das Leben. Man läuft voller Angst dahin, sucht immer angstvoller, man findet aber nie, den man sucht. Alles ist vergeblich.“

—  Astrid Lindgren schwedische Schriftstellerin 1907 - 2002
Ferien auf Saltkrokan. Zitat entnommen der einmaligen Jubiläumsedition zum 100. Geburtstag von Astrid Lindgren, Oetinger Verlag, Hamburg, 2007, S. 320. Übersetzer: Thyra Dohrenburg. ISBN 9783789140921

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„Oder lassen sich Träume nicht wieder zu neuem Leben erwecken? Vielleicht bleiben Träume wie Menschen auf immer tot.“

—  Henning Mankell schwedischer Theaterregisseur und Schriftsteller 1948 - 2015
Hunde von Riga, S. 246. Übersetzer: Barbara Sirges, Paul Berf. München, 2000. ISBN 3-423-20700-0

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„Damit Kampf sei, muss es einen Feind geben, der widersteht, nicht einen, der gänzlich zugrunde geht.“

—  Petrus Abaelardus Philosoph des Mittelalters und Vertreter der Frühscholastik 1079 - 1142
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„Der rastlose Kämpfer fürchtet nie den großen Kampf, aber stets die große Rast.“

—  Stefan Hölscher Philosoph, Psychologe, Managementberater, Trainer und Coach 1965

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„Sieh tapfer in des Lasters Auge, // Dass Mut dein Herz zum Kampfe sauge.“

—  Anastasius Grün österreichischer Dichter und Politiker 1806 - 1876
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