„Hier stellt sich die Zwischenfrage, auf wen denn im Falle des Weltstaates die grobe Arbeit abzuwälzen sei? In ihm kann es seiner Natur nach weder Kolonien noch Ausbeutung ~ eroberter Kornkammern noch den Unterschied zwischen »weißer« und »farbiger« Arbeit geben - all jenen Gewinn, den seit der Antike hochentwickelte Staaten dank ihrer technischen, militärischen und politischen Überlegenheit aus den Ernten und Produkten eroberter Gebiete ziehen: Vorteile aus schlecht - oder unbezahlter Arbeit mit einem Wort. In dieser Frage begegnen sich politische und moralische, technische und wirtschaftliche Systeme; sie wird noch über den Rest des Jahrhunderts hinaus nicht nur die Geister, sondern auch den Willen beschäftigen. Als Modell der sich aus ihr entwickelnden Händel darf man den amerikanischen Sezessionskrieg betrachten - das macht sein Studium lehrreich, ja fast unumgänglich auf ähnliche Weise, wie das der Dreyfusaffäre unentbehrlich ist zur Beurteilung der Imponderabilien innerhalb der modernen Demokratie.“

Bearbeitet von Monnystr. Letzte Aktualisierung 23. Juni 2021. Geschichte

Ähnliche Zitate

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„Jedes träge Volk ist ernst; denn die, welche nicht arbeiten, betrachten sich als die Gebieter derer, die arbeiten.“

—  Charles de Montesquieu französischer Schriftsteller und Staatsphilosoph 1689 - 1755

Meine Gedanken

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„Arbeit um der Arbeit willen ist gegen die Natur.“

—  John Locke englischer Philosoph und Vordenker der Aufklärung 1632 - 1704

Über den menschlichen Verstand
"Labour for labour's sake is against nature." - Of the Conduct of Understanding. § 16 Haste und
Über den menschlichen Verstand

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„So läuft der Unterschied zwischen traditionellen und modernen politischen Lügen im Grunde auf den Unterschied zwischen Verbergen und Vernichten hinaus.“

—  Hannah Arendt, buch Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft

Wahrheit und Politik, S. 356 in: "Zwischen Vergangenheit und Zukunft", 2000; Philosophische Perspektiven, Vittorio Klostermann 1969, S. 38 books.google https://books.google.de/books?id=OSPkAAAAMAAJ&q=traditionellen
“In other words, the difference between the traditional and the modern lie will more often than not amount to the difference between hiding and destroying.” - "Truth and Politics". The New Yorker, February 25, 1967, p. 73 books.google https://books.google.de/books?id=DQ8nAQAAIAAJ&q=difference; "The Origins of Totalitarianism". New York: Harcourt Brace 1976, 252-3, hier zitiert nach Cathy Caruth eurozine.com https://www.eurozine.com/lying-and-history/ & books.google https://books.google.de/books?id=tm4nAgAAQBAJ&pg=PA43

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„Aller Mehrwert - wie er sich auch verteile, als Gewinn des Kapitalisten, Grundrente, Steuer etc. - ist unbezahlte Arbeit.“

—  Friedrich Engels deutscher Politiker, Unternehmer, Philosoph und Militärhistoriker 1820 - 1895

Rheinische Zeitung 12. Oktober 1867; nach Karl Marx, Das Kapital I, 16

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„Aller Reichtum ist das Produkt der Arbeit.“

—  John Locke englischer Philosoph und Vordenker der Aufklärung 1632 - 1704

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„Wenn ein Mann erzählt, er sei durch harte Arbeit reich geworden, dann frage ihn, durch wessen Arbeit.“

—  Don Marquis US-amerikanischer Schriftsteller, Dichter und Journalist 1878 - 1937

zitiert in "Arbeit muss menschenwürdig sein" bei jesus.ch http://www.jesus.ch/index.php/D/article/71-Ethik/34719-Arbeit_muss_menschenwuerdig_sein/, Absatz "Gier eingrenzen"
Original engl.: "When a man tells you that he got rich through hard work, ask him: 'Whose?'" - in: Collier's Weekly 1933, p. 22 , zitiert bei Edward Anthony: O Rare Don Marquis. A Biography. Doubleday 1962. p. 354

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„Wir arbeiten um der Arbeit willen, weil uns das Talent zum Glück fehlt.“

—  Friedrich Sieburg deutscher Literaturkritiker 1893 - 1964

Die Lust am Untergang, 1954

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„Es gibt nicht viele Leute in Berlin, die außerhalb des politischen Betriebs wirklich arbeiten.“

—  Philipp Mißfelder deutscher Politiker (CDU), MdB 1979 - 2015

Tagesspiegel http://www.tagesspiegel.de/meinung/kontrapunkt-berlin-hauptstadt-der-sprechblasenfacharbeiter/6245778.html, 23. Februar 2012

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„Eine gewisse Knechtung unter die Rationalisierung als die technische Form der Wirtschaftlichkeit ist unvermeidlich. Die zum mechanistischen Vollzug geschrumpfte Arbeit ist weithin nicht zu umgehen.“

—  Helmut Thielicke deutscher Theologe 1908 - 1986

Theologische Ethik, Zweiter Band: "Entfaltung", 1. Teil: "Mensch und Welt", 5. Auflage. Tübingen: Mohr, 1986, S. 574. ISBN 3-16-144967-3,

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„Er ist ja ein Phänomen gewesen dieser Mann, militärisch, sozial, ökonomisch - er hat ja wahnsinnige Pflöcke eingerammt auf fast allen Gebieten.“

—  Udo Pastörs deutscher Politiker, MdL 1952

über Adolf Hitler, in der ARD am 17. September 2006 persönlich bestätigt, focus.de http://www.focus.de/politik/deutschland/npd-spitzenkandidat_aid_115722.html

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„der Mehrwert] […] ist […] ein während des Produktionsprozesses vom Arbeiter neugeschaffner Wert - festgeronnene Arbeit. Nur kostet er dem [! ] Eigner des ganzen Produkts, dem Kapitalisten, nichts.“

—  Karl Marx, buch Das Kapital

Das Kapital. Band II, 19. Kapitel - Frühere Darstellungen des Gegenstandes http://www.zeno.org/nid/20009219293
Das Kapital (1867)

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