„Das mag erklären, warum die Herrschaft sich wieder fester gründet nach Zeiten, in denen die Gleichheit in aller Munde war. Sowohl Furcht wie auch Hoffnung führen den Menschen darauf zu. Er ist mit einem unausrottbaren monarchischen Instinkt behaftet, auch dort, wo er die Könige nur noch aus dem Panoptikum kennt. Es bleibt erstaunlich, wie aufmerksam und willig er immer wieder dort ist, wo ein neuer Führungsanspruch erhoben wird, gleichviel woher oder von wem. Wird irgendwo die Macht ergriffen, so knüpfen sich immer, selbst bei den Gegnern, große Hoffnungen daran. Man kann auch nicht sagen, daß der Regierte untreu wird. Aber er hat ein feines Gefühl dafür, ob der Mächtige sich selbst treu bleibt und ob er die Rolle durchhält, die er sich zuteilte. Trotzdem verlieren die Völker nie die Hoffnung auf einen neuen Dietrich, einen neuen Augustus — auf einen Fürsten, dessen Auftrag sich durch eine Konstellation am Himmel ankündet. Sie ahnen, daß der Mythos als Goldhort dicht unter der Geschichte ruht, dicht unter dem vermessenen Grund der Zeit.“

Bearbeitet von Monnystr. Letzte Aktualisierung 2. Juli 2022. Geschichte

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„Es ist eine alte Geschichte // Doch bleibt sie immer neu; // Und wem sie just passieret, // Dem bricht das Herz entzwei.“

—  Heinrich Heine deutscher Dichter und Publizist 1797 - 1856

Buch der Lieder
Quelle: Buch der Lieder, Lyrisches Intermezzo XL, Verse 9-12, S. 144

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„Nicht an ein dunkles Schicksal, sondern an den Gott, der mein Fels ist und bleibt, der ewige Grund, auf dem mein Leben ruht. Ich gerate in Zweifel, Gott bleibt fest wie ein Fels; ich schwanke, Gott steht unerschütterlich; ich werde untreu, Gott bleibt treu.“

—  Manfred Weber deutscher Politiker (CSU), MdEP 1972

Dietrich Bonhoeffer von A bis Z: Sein Denken und Reden, sein Predigen und Beten in Schlagworten erschlossen

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„Die Wahrheit ist die Macht, deren der Mensch mit seinem Denken nie mächtig werden kann. Immer bleibt er in ihrer Gewalt.“

—  Friedrich Gogarten lutherischer Theologe 1887 - 1967

Der Mensch zwischen Gott und Welt

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„Das sinnige deutsche Volk liebt es zu denken und zu dichten, und zum Schreiben hat es immer Zeit.“

—  Wolfgang Menzel deutscher Literaturhistoriker der Spätromantik 1798 - 1873

Die deutsche Literatur, Zweite vermehrte Auflage, Erster Theil, Hallberger'sche Verlagshandlung, Stuttgart 1836, S. 3, , siehe auch Wikipedia: Dichter und Denker

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„Wie übel wären wir dran, wenn unsere Hoffnung auf Menschen ruhte.“

—  Adolph Kolping deutscher katholischer Priester 1813 - 1865

AKS 2, S. 285

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„Da die Zeit kurz ist, begrenze deine lange Hoffnung!“

—  Horaz, buch Odes

Carmina, 1,11,6f.
Original lat.: "spatio brevi // spem longam reseces."

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„Der Mensch gibt ebenso schwer eine Furcht auf als eine Hoffnung.“

—  Otto Ludwig, Between Heaven and Earth

Zwischen Himmel und Erde. Aus: Ausgewählte Werke, Band 1. Hrsg. von Wilhelm Greiner. Leipzig: Reclam, [1956], S. 485

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„Nicht die Psychoanalyse ist neu, sondern Freud. / Sowie nicht Amerika neu war, sondern Columbus. Psychoanalyse gab es immer; jeder Arzt, jeder Dichter, jeder Staatsmann, jeder Menschenkenner mußte es sein, war es unbewußt oder automatisch.“

—  Arthur Schnitzler, buch Paracelsus

Über Psychoanalyse. Hrsg v. Reinhard Urbach. In: Protokolle. Wiener Halbjahresschrift für Literatur, bildende Kunst und Musik, '76/2, S. 280. Zitiert nach: Helga Schiffer: Experiment und Ethik in Arthur Schnitzlers Paracelsus. In: Gerhard Kluge (Hrsg.): Aufsätze zur Literatur und Kunst der Jahrhundertwende. Rodopi, Amsterdam 1984, S. 331.
Paracelsus, Psychoanalyse etc.

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„Die einen bewegt die Furcht vor der Tyrannei, die anderen die Hoffnung auf sie.“

—  Lukan römischer Dichter und Neffe Senecas 39 - 65

Der Bürgerkrieg VII, 386
Original lat.: "metus hos regni, spes excitat illos"

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„Neue Dichter seh ich kommen, nach innen den Blick gerichtet.“

—  Christian Morgenstern deutscher Dichter und Schriftsteller 1871 - 1914

Kunst 1906. In: Stufen (1922), S. 63
Stufen

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