„Der Schwund, bis zum Überdruß als Nihilismus gesehen, bezeichnet und beschrieben, ist also durchgehend. Er betrifft nicht nur die Individuen, sondern auch ihre Konfigurationen und Bildungen. Unbestreitbar und nicht zu übersehen ist nur der technische Gewinn. In ihm verbergen sich andere Gefahren als die grob auf der Hand liegenden – so etwa die, daß der metaphysische Hunger in der Tat abstürbe und mit ihm die enge Verknüpfung von Glück und Freiheit, die heute noch unabdingbar scheint. Der »Letzte Mensch« würde dann als intelligenter Insektentypus die Welt bevölkern; seine Bauten und Kunstwerke würden Perfektion gewinnen, als Ziel des Fortschrittes und der Evolution, auf Kosten der Freiheit; sie würden wie Falterflügel oder Muschelschalen in großer, aber unfreier Pracht aus dem technischen Kollektiv hervorwachsen, vielleicht für Jahrtausende. Auch die Kunst würde sich von der Freiheit ablösen, könnte technisch produziert werden. Diese Absicht kündet sich unverkennbar in einer der Sprossen, der Augentriebe unseres Stammbaums an.“

Bearbeitet von Monnystr. Letzte Aktualisierung 3. Juni 2021. Geschichte

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„Technische Rationalität heute ist die Rationalität der Herrschaft selbst.“

—  Max Horkheimer, buch Dialektik der Aufklärung

Dialektik der Aufklärung, zusammen mit Theodor W. Adorno. Querido Verlag N.V., Amsterdam 1947, S. 145.

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„Unsere Freiheit ist heute lediglich der Entschluß, die Freiheit zu erkämpfen.“

—  Jean Paul Sartre französischer Romancier, Dramatiker, Philosoph und Publizist 1905 - 1980

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„Der gesamte Bereich der Echtheit entzieht sich der technischen – und natürlich nicht nur der technischen – Reproduzierbarkeit.“

—  Walter Benjamin deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph 1892 - 1940

Gesammelte Werke: Essays + Aufsätze + Satiren + Kritiken + Autobiografische Schriften (Über 600 Titel in einem Buch - Vollständige Ausgaben): Goethes Wahlverwandtschaften ... der Geschichte und mehr

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„Wie das mit der Singerei technisch funktioniert, hab ich nie verstanden.“

—  Meat Loaf US-amerikanischer Rocksänger und Schauspieler 1947

Taunus-Zeitung, 01. Dezember 2006; Anmerkung: Meat Loafs Gesangsstimme umfasst 5 Oktaven

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„Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit“

—  Ludwig Hevesi ungarisch-österreichischer Schriftsteller, Journalist, Feuilletonist, Kunstkritiker, Humorist 1843 - 1910

Inschrift unterhalb der Kuppel des Wiener Secessionsgebäudes. Zur Urheberschaft: Oesterreichische Kunst im 19. Jahrhundert, Zweiter Teil: 1848-1900, Verlag von E. A. Seemann, Leipzig 1903, S. 284,

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„Die Weltgeschichte ist der Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit.“

—  Georg Wilhelm Friedrich Hegel deutscher Philosoph 1770 - 1831

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„Wir werden nicht zulassen, dass technisch manches möglich ist, aber der Staat es nicht nutzt.“

—  Angela Merkel deutsche Bundeskanzlerin 1954

Zum Thema Überwachung auf einer Wahlkampfveranstaltung in Osnabrück, http://cdudemokraten.wordpress.com/page/2/ Mitschnitt http://udovetter.de/lawblog/merkel_os.mp3, Januar 2008
2008

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„Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber ist der Mut.“

—  Thúkýdidés, Gefallenenrede des Perikles

Peloponnesischer Krieg, 2, 43, 4 / Perikles
Original altgriech.: "τὸ εὔδαιμον τὸ ἐλεύθερον, τὸ δ' ἐλεύθερον τὸ εὔψυχον"
Peloponnesischer Krieg, Gefallenenrede des Perikles

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„Kunst ist also Betätigung aus Freiheit und Spontaneität.“

—  Ernst Krieck deutscher Erziehungswissenschaftler, Vordenker der nationalsozialistischen Pädagogik 1882 - 1947

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„Kunst ist die einzige Freiheit, die uns geblieben ist.“

—  Gottfried Helnwein österreichisch-irischer Künstler 1948

1460 Antworten auf die Frage: Was ist Kunst? Andreas Mäckler, Seite 135, DuMont Buchverlag, Köln, 2000, ISBN 3-7701-5420-7

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„Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit.“

—  Friedrich Schiller deutscher Dichter, Philosoph und Historiker 1759 - 1805

Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795), 2. Brief
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„Freiheit ist die große Losung, deren Klang durchjauchzt die Welt;“

—  Anastasius Grün österreichischer Dichter und Politiker 1806 - 1876

Spaziergänge eines Wiener Poeten, Sieg der Freiheit. In: Anastasius Grün's gesammelte Werke, Zweiter Band, Hrsg. Ludwig August Frankl, G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1877, S. 350;

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