„Und als ich schrie aus dem Bauch der Hölle, einfach so vor mich hin, weil ich niemand wußte, zu dem zu schreien, da hörte auch niemand meine Stimme. Und als ich selbst in den Rachen des Walfisches sprang, da saß darin ein Polizeipräsident und verwies mir den Aufenthalt. Und nun erst ist es, als wäre ich von Fremden verstoßen worden, die ich gar nicht sehen kann, und der Herr, den ich nicht kenne, hat mir bewiesen, daß auch er mich nicht kennt. Und so bin ich nicht einmal wie Jonas, der vor dem Herrn floh, und ich kann seine heiligen Tempel weder sehen noch einen Sinn sehen fur die Existenz heiliger Tempel. Und mit all meinem Geld kann ich keine eigenen Tempel bauen, für eine eigene Heiligkeit. Und ob die große Stadt, in die ich mich aufgemacht habe, auch Ninive heißen mag, da ist niemand, der nach der Predigt verlangt, die nicht gepredigt werden kann, und nicht einmal jemand, der nach einem Schuldigen verlangt. Keine Stimme und kein Ohr.“

—  Ernst Kaiser, Die Geschichte Eines Mordes Roman
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„Im Tempel seines Geistes ist jeder Mensch allein.“

—  Ayn Rand US-amerikanische Schriftstellerin und Philosophin russischer Herkunft 1905 - 1982

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„Wir wollten den Tempel nicht in einen Dienst stellen, für den er nicht geeignet ist.“

—  Jacques de Molay Großmeister des Templerordens 1243 - 1314
Sommer 1306, Brief an Papst Clemens V.

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„Sein Sinn ist Zwiespalt. An der Kreuzung zweier
Herzwege steht kein Tempel für Apoll.“

—  Rainer Maria Rilke österreichischer Lyriker, Erzähler, Übersetzer und Romancier 1875 - 1926

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„Vorübergehend ist also alles in der Geschichte, die Aufschrift ihres Tempels heißt: Nichtigkeit und Verwesung.“

—  Johann Gottfried Herder deutscher Dichter, Philosoph, Übersetzer und Theologe der Weimarer Klassik 1744 - 1803
Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

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„Also // stehen noch Tempel. Ein // Stern // hat wohl noch Licht. // Nichts, // nichts ist verloren.“

—  Paul Celan deutschsprachiger Lyriker 1920 - 1970
aus dem Gedicht "Engführung", dem letzten der Sammlung "Sprachgitter". Suhrkamp 1959. S. 64

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„Die Philosophie ist ein guter Rat: Einen guten Rat gibt niemand mit lauter Stimme.“

—  Seneca d.J. römischer Philosoph -4 - 65 v.Chr
Moralische Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), IV, XXXVIII, 1

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„Niemand ist frey, der nicht über sich selbst Herr ist.“

—  Matthias Claudius 1740 - 1815
Sprüche des Pythagoräers Demophilus. Aus: ASMUS omnia sua SECUM portans, oder Sämmtliche Werke des Wandsbecker Bothen, Achter Theil. Wandsbeck: beym Verfasser, 1812. S. 121.

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