„Gedanken, die früher stimmig waren, die zusammengehörten, waren plötzlich fehl am Platz, verunsichert, deprimiert, so wie die zotteligen Norwegerponys, die dieser russische Wissenschaftler in Sibirien auswildern wollte. Ich hatte davon gelesen. Er wollte mit viel Gras, der geeigneten Fauna und wenigen Menschen die Eiszeit nachstellen. Hätte er gewusst, was auf ihn zukam, hätte er sich bestimmt ein anderes Hobby gesucht. Die Hälfte der Ponys starb sofort, vermutlich am schlimmen Heimweh nach den skandinavischen Wäldern. Die andere Hälfte wurde vor der Forschungsstation mit Getreide gefüttert und starb trotzdem. So ähnlich geht es manchmal meinen Gedanken, wenn ich unter Stress stehe. Wenn etwas an mir nagt und sich nicht abschütteln lässt. Die meisten meiner Gedanken sind ganz gut, damit will ich sagen: Sie sind zielführend. Aber allzu oft scheinen sie deplatziert, irgendwie traurig, so als fragten sie sich, ob sie nicht vielleicht doch an einen Ort achttausend Kilometer von hier gehören, in einen kalten, mehrere Millionen Quadratkilometer großen, norwegischen Fichtenwald. Manchmal fürchte ich, meine Gedanken könnten durchgehen und im Gebüsch verschwinden.“

—  Peter Heller, The Dog Stars
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—  Cícero römischer Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph -106 - -43 v.Chr
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„Ein Gedanke, der nicht gefährlich ist, ist nicht wert, als Gedanke zu gelten.“

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