„Nun aber eilt die Wissenschaft, von ihrem kräftigen Wahne angespornt, unaufhaltsam bis zu ihren Grenzen, an denen ihr im Wesen der Logik verborgener Optimismus scheitert. Denn die Peripherie des Kreises der Wissenschaft hat unendlich viele Punkte, und während noch gar nicht abzusehen ist, wie jemals der Kreis völlig ausgemessen werden könnte, so trifft doch der edle und begabte Mensch, noch vor der Mitte seines Daseins und unvermeidlich, auf solche Grenzpunkte der Peripherie, wo er in das Unaufhellbare starrt. Wenn er hier zu seinem Schrecken sieht, wie die Logik sich an diesen Grenzen um sich selbst ringelt und endlich sich in den Schwanz beisst – da bricht die neue Form der Erkenntniss durch, die tragische Erkenntniss, die, um nur ertragen zu werden, als Schutz und Heilmittel die Kunst braucht.“

Die Geburt der Tragodie, Unzeitgemasse Betrachtungen I-III: (1872-74), Aus: Werke: Kritische Gesamtausgabe, Abt. 3, Bd. 1

Letzte Aktualisierung 23. Juni 2021. Geschichte
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deutscher Philosoph und klassischer Philologe 1844 - 1900

Ähnliche Zitate

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„ein jeder sieht die Welt und seine eigne Stellung von der Mitte seines Kreises aus.“

—  Hans Paasche deutscher Schriftsteller, Menschenrechtler und Pazifist 1881 - 1920

Die Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Mukara ins innerste Deutschland. [Zuerst 1912-3 in „Der Vortrupp. Halbmonatsschrift für das Deutschtum unserer Zeit“ in Fortsetzungen erschienen.] Fackelreiter-Verlag Werther bei Bielefeld. 36.-45. Tausend, 5. Auflage, o.J. (1921) S. 28 archive.org https://archive.org/details/dieforschungsrei00paasuoft; Dritter Brief bei gutenberg.spiegel.de http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-forschungsreise-des-afrikaners-lukanga-mukara-ins-innerste-deutschland-1915/4

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„Wenn die Wissenschaft ihren Kreis durchlaufen hat, so gelanget sie natürlicher Weise zu dem Punkte eines bescheidenen Mißtrauens, und sagt, unwillig über sich selbst, wie viele Dinge gibt es doch, die ich nicht einsehe.“

—  Immanuel Kant deutschsprachiger Philosoph der Aufklärung 1724 - 1804

Träume eines Geistersehers, zweiter Teil, drittes Hauptstück, A 118
Träume eines Geistersehers (1766)

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„Eine Hauptsache der Armut in den Wissenschaften ist meist eingebildeter Reichtum. Es ist nicht ihr Ziel, der unendlichen Weisheit eine Tür zu öffnen, sondern eine Grenze zu setzen dem unendlichen Irrtum.“

—  Bertolt Brecht, Leben des Galilei

Leben des Galilei, Bertolt Brecht Werke. Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe, Suhrkamp Verlag, Band 5 (Stücke 5), 1988, S. 85. ISBN 3-518-10001-7 <450>

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„Die Logik will immer Eines und bedenkt nicht, dass es viele Logiken gibt.“

—  Carl Einstein deutscher Kunsthistoriker und Schriftsteller 1885 - 1940

Bebuquin oder Die Dilettanten des Wunders, Kap. 13

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„Die Kunst und die Wissenschaft suchen nicht nur keine Lenkung, sondern können von ihrem Wesen her keine dulden.“

—  Leo Trotzki Sowjetischer Revolutionär, Politiker und Gründer der Roten Armee 1879 - 1940

Kunst und Revolution http://www.marxists.org/deutsch/archiv/trotzki/1939/07/kunst.htm. Leserbrief vom 18. Juni 1938 an Partisan Review, New York
"Art, like science, not only does not seek orders, but by its very essence, cannot tolerate them." - Art and Politics. Partisan Review August 1938 p. 3-10 http://www.unz.org/Pub/PartisanRev-1938aug

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Citát „Die Welt ist ein Kreis, der so viele Mittelpunkte wie Bewohner hat.“
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„Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.“

—  Albert Einstein theoretischer Physiker 1879 - 1955

Neben Einstein auch David Hilbert und Leonhard Euler zugeschrieben
Fälschlich zugeschrieben oder zweifelhaft

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„Die Logik ist zwar unerschütterlich, aber einem Menschen, der leben will, widersteht sie nicht.“

—  Franz Kafka, buch Der Process

10. Kapitel, S. 401
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Variante: Die Logik war unerschütterlich, aber einem Menschen, der leben will, widersteht sie nicht.

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„Der Mensch der Erkenntniss muss nicht nur seine Feinde lieben, er muss auch seine Freunde hassen können.“

—  Friedrich Nietzsche deutscher Philosoph und klassischer Philologe 1844 - 1900

Ecce Homo (1888)

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„Nach ewigen, ehrnen, // Großen Gesetzen // Müssen wir alle // Unseres Daseins // Kreise vollenden.“

—  Johann Wolfgang von Goethe deutscher Dichter und Dramatiker 1749 - 1832

Vers 32–36
Gedichte, Das Göttliche (1783)

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„Schach ist nicht nur ein Sport, sondern auch eine Kunst und eine Wissenschaft.“

—  Garri Kimowitsch Kasparow russischer Schachweltmeister armenischer Herkunft 1963

DER SPIEGEL, 47/2002

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