Jean Paul Sartre Foto

„Bald sind sie allein auf der Tanzfläche, und Pierre führt seine Partnerin schon viel sicherer.
“Was haben sie mir denn da vorgemacht?” sagt Ève. “Sie tanzen doch sehr gut.”
“Das ist das erste Mal, dass man mir das sagt.”
“Sie brauchten eben mich als Tänzerin.”
“Ich glaube es fast …”
Sie sehen sich an und tanzen eine Weile schweigend.
“Sagen Sie”, fragte Pierre plötzlich, “was geht hier eigentlich vor? Vorhin dachte ich nur an meine Sorgen, und jetzt bin ich hier … Ich tanze und sehe nur Ihr Lächeln … Wenn das der Tod … wäre …”
“Das?”
“Ja. Mit Ihnen tanzen, immer, nichts sehen als Sie, alles andere vergessen …”
“Ja, und?”
“Der Tod wäre besser als das Leben. Finden sie nicht auch?”
“Halten Sie mich fester”, haucht sie.
Ihre Gesichter sind einander ganz nahe. Sie tanzen noch einen Augenblick weiter, und sie wiederholt:
“Halten sie mich fester…”
Plötzlich wird Pierres Gesicht traurig. Er hört auf zu tanzen, rückt ein wenig von Ève ab und murmelt:
“Es ist ja alles Theater. Ich habe Ihre Taille nicht einmal berührt …”
Ève begreift nun ebenfalls:
“Wahrhaftig”, sagt sie langsam, “wir tanzen jeder für sich …”
Sie bleiben voreinander stehen.
Dann streckt Pierre die Hände aus, als wolle er sie auf die Schultern der jungen Frau legen, dann zieht er sie unwillig wieder zurück:
“Mein Gott”, sagt er, “wie süß wäre es, Ihre Schultern zu berühren. Ich möchte so gerne Ihren Atem spüren, wenn Sie mich anlächeln. Aber auch das habe ich verpasst. Ich bin ihnen zu spät begegnet …”
Ève legt Pierre die Hand auf die Schulter.
Sie sieht ihn liebevoll an:
“Ich gäbe meine Seele dafür hin, einen Augenblick lang wieder zu leben und mit Ihnen zu tanzen.”
“Ihre Seele?”
“Das ist alles, was wir noch besitzen.”
Pierre nähert sich seiner Begleiterin und umfasst sie von neuem. Sie beginnen wieder zu tanzen, sehr zart, Wange an Wange, mit geschlossenen Augen.“

Jean Paul Sartre buch Das Spiel ist aus

Les jeux sont faits

Abraham Lincoln Foto
Salvador Dalí Foto

„Kriege haben noch nie jemanden verletzt, außer Menschen, die sterben.“

Salvador Dalí (1904–1989) spanischer Maler, Grafiker, Schriftsteller, Bildhauer und Bühnenbildner

Søren Kierkegaard Foto
Salvador Dalí zitat: „Hab keine Angst vor Perfektion - du wirst sie nie erreichen.“
Salvador Dalí Foto

„Hab keine Angst vor Perfektion - du wirst sie nie erreichen.“

Salvador Dalí (1904–1989) spanischer Maler, Grafiker, Schriftsteller, Bildhauer und Bühnenbildner

Thomas von Aquin Foto

„Im Menschen ist nicht allein Gedächtnis, sondern Erinnerung.“
In hominibus non solum est memoria, sed reminiscentia.

Thomas von Aquin (1225–1274) dominikanischer Philosoph und Theologe

Quaestio disputata de anima (Untersuchung über die Seele) art. 13, conclusio

Oscar Wilde Foto
Bob Marley Foto
Anne Frank zitat: „Erinnerungen bedeuten mir mehr als Kleider.“
Anne Frank Foto

„Erinnerungen bedeuten mir mehr als Kleider.“

Anne Frank (1929–1945) Opfer des Holocaust und Tagebuch-Autorin

„Leider werden junge Leute ständig dabei entmutigt, ehrlich zu sein, und mit dem bedroht, was wir Moral nennen. Zuerst durch die Familien, dann die Religionen und schließlich auch durch die Psychiatrie.“

Alice Miller (1923–2010) schweizerische Autorin und Kindheitsforscherin

Abbruch der Schweigemauer. Die Wahrheit der Fakten. Hoffmann und Campe, Hamburg 1990, S. 44
Abbruch der Schweigemauer. Die Wahrheit der Fakten. Hamburg, Hoffmann und Campe, 1990

Anne Frank Foto
William Somerset Maugham Foto
Albert Camus Foto
Dieses Zitat wartet auf Überprüfung.
Emily Dickinson zitat: „Nichts zu sagen sagt manchmal am meisten.“
Emily Dickinson Foto
Dieses Zitat wartet auf Überprüfung.
Vincent Van Gogh Foto
Eckhart Tolle Foto
Marilyn Manson Foto
Laotse Foto

„Wahre Worte sind nicht angenehm, angenehme Worte sind nicht wahr.“

Laotse (-604) legendärer chinesischer Philosoph

Kapitel 81, Übersetzung nach Richard Wilhelm, 1911