„In Kilb hatten diese künstlerischen Menschen einen grotesken Eindruck gemacht, wenigstens auf mich wirkten sie wie von ihren künstlerischen Vorhaben und von ihrer künstlerischen Tätigkeit verunstaltet, sie hatten einen künstlichen Gang, und sie hatten eine künstliche Stimme, alles an ihnen war künstlich, während ich den Friedhof als das Natürlichste von der Welt empfunden habe. Beugten sie sich vor, beugten sie sich zu weit vor, standen sie auf, standen sie zu früh (oder zu spät) auf, setzen sie nieder, setzen sie zu spät (oder zu früh) nieder, fingen sie an, zu singen, sangen sie zu früh (oder zu spät), nahmen sie ihre Kopfbedeckungen vom Kopf, nahmen sie sie zu früh (oder zu spät) vom Kopf, hatten sie etwas zum Pfarrer gesagt, hatten sie es zu früh (oder zu spät) gesagt. Während die Kilber Bevölkerung, die, wie gesagt wird, sehr zahlreich zum Begräbnis der Joana gekoomen war, alles natürlich gemacht hat, alles natürlich gesagt hat, alles natürlich gesungen hat, immer natürlich gegangen ist und natürlich aufgestanden und natürlich hingestezt hat und immer alles weder zu spät, noch zu früh, noch zu kurz, noch zu lang. Und während die künstlerischen Leute aus Wien auf die grotesk-lächerliche Weise zu diesem Begräbnis angezogen waren, war din Kilber Bevölkerung ganz und gar richtig dazu angezogen, dachte ich auf dem Ohrensessel.“

—  Thomas Bernhard, Woodcutters
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„Früher oder später erwartet jeden der Tod.“

—  Properz Vertreter der römischen Liebeselegie -47 - -14 v.Chr
Elegien Buch 2, XXVIIIc 12 und Buch 3, XVIII 26

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„Grad zu den frühen Morgenzügen // Kommt man am leichtesten zu spät.“

—  Wilhelm Busch deutscher Verfasser von satirischen in Verse gefassten Bildergeschichten 1832 - 1908
Versäumt, Band 4, S. 411

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„Nur mit der Ruhe - du kommst noch früh genug zu spät.“

—  China Miéville englischer Fantasy-Schriftsteller 1972
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„Jede Wahrheit kommt dem zu früh, der jede zu spät erkennt.“

—  Carl Gustav Jochmann deutscher Publizist 1789 - 1830
Erfahrungsfrüchte I,97. Darin: Die unzeitige Wahrheit. Auch als: Hundert Seifenblasen, in: Prometheus. Für Licht u. Recht. Zeitschrift in zwanglosen Heften, herausgegeben von Heinrich Zschokke und seinen Freunden. Aarau 1832. S. 293 books. google

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„Drei Uhr, das ist immer zu spät oder zu früh für alles, was man machen will.“

—  Jean Paul Sartre französischer Romancier, Dramatiker, Philosoph und Publizist 1905 - 1980
Der Ekel. Deutsch von Heinrich Wallfisch. 1963 ff. rororo S. 20

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„Wer spät sät und früh erntet, wer früh sät und spät erntet, dessen Korn ist wenig und die Mühe bleibt vergeblich.“

—  Lü Bu We chinesischer Kaufmann, Politiker und Philosoph -291
Frühling und Herbst des Lü Bu We, S. 456

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„Früher oder später muss man Partei ergreifen, wenn man ein Mensch bleiben will.“

—  Graham Greene britischer Schriftsteller 1904 - 1991
Der stille Amerikaner, Deutsch von Walther Puchwein. Hamburg 1958, S. 281

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„Frühe Hingabe und späte Keuschheit - kein Talent für Termine.“

—  Emil Gött deutscher Schriftsteller 1864 - 1908
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