„In Bezug auf die bewusste, geduldige, überwältigend entworfene und ausgearbeitete Textur seines Werkes ist Bach das genaue Gegenteil Beethovens. Selbst in den späteren Kompositionen, die den direkten Einfluss von Bachs Kontrapunkt zeigen (die Fugen op. 106, 110 oder 130, die Missa solemnis und andere), ist Beethovens Stil dramatisch - er drängt mit Phrasen von unwiderstehlicher Energie vorwärts, erobert neues Gebiet und strebt weiter, statt zu konsolidieren und mit kreisender Bewegung stetig auszugreifen, wie es bei Bach der Fall ist. In jedem seiner Werke verwendet Beethoven für diesen Angriff - entweder in der Exposition, Durchführung oder Reprise - andere Ansätze, die häufig winzig und themenlos sind, kaum mehr als gebrochene Dreiklänge (wie im ersten Satz der Eroica) oder thematische Muster, aus wiederholten Tönen gebildet (der erste und zweite Satz der Siebten Sinfonie). Bach ist episch, Beethoven dramatisch. Ich finde so faszinierend an Bachs letzten Werken (der h-Moll-Messe, den Goldberg-Variationen, der Kunst der Fuge, dem Musikalischen Opfer), dass er, anders als Beethoven, dessen Werke aus der dritten Periode die Gattung sprengen und eine Reihe zerstörter, unvollendeter, fragmentarischer Formen zurücklassen, offenbar bestrebt ist, jede Nuance, jede Verflechtung, jede Harmonie und jeden Rhythmus in das Ganze einzubeziehen.“

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„Meine Liebe zu Bach ließ mich Musiker werden. Alles was mich interessierte, war von ihm geprägt. … Es ist kaum vorstellbar, dass der größte Musiker der Geschichte, dessen Werk uns noch heute magnetisch anzieht und der Maßstab der musikalischen Kunst der letzten zwei Jahrhunderte ist, mit seiner Musik keine Wirkung erzielte, bei Musikern und Publikum seiner Zeit. … Bach war der größte Nonkonformist der Musikgeschichte.“

—  Glenn Gould kanadischer Pianist, Komponist und Musikautor 1932 - 1982

"Jenseits der Zeit", Film von Bruno Monsaingeon, arte, 13. Mai 2005
My love to Bach made me become a musician. All what I was interested in, was impressed by him. It is hardly imaginable, that the greatest musician of history, whose work still today attracts us magnetically and who was criterion for the musician art of the last two centuries, did not accomplish any impression, with the musicians and the audience of his time, ...Bach was the greatest nonconformist of the history of music.
He writes tonal, but without excess of colors. He uses an endless palette of shades of grey. ...The piece and the devotion of the last fugue are overwhelming. He modulates never in the conventional sense, but lets the impression of an expanding universe come into being.

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„Was Newton als Weltweiser, war Bach als Musiker.“

—  Christian Friedrich Daniel Schubart deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist 1739 - 1791

BDK, Schubarts Werke, Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, 1988, S. 265

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„BACH ist Anfang und Ende aller Musik.“

—  Max Reger deutscher Komponist, Pianist und Dirigent 1873 - 1916

Bach als Notenbild - Eintragung Regers im Stammbuch der Lisa Heß vom 31. Mai 1906. Facsimile in Else von Hase-Koehler (Hrsg.): Max Reger. Briefe eines deutschen Meisters, Leipzig 1928, S. 148; nach Spengler http://www.kas.de/upload/dokumente/verlagspublikationen/Kulturelle_Eigenart/kulturelle_eigenart_spengler.pdf; siehe auch http://www.henle.de/media/foreword/0760.pdf Kube

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„Spiele fleißig Fugen guter Meister. Bachs »Wohltemperiertes Klavier« sei dein täglich Brod.“

—  Robert Schumann deutscher Komponist der Romantik 1810 - 1856

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„Der Hauptfehler war, ich hatte mich zu lange mit dem Stücke getragen; ein dramatisches Werk aber kann und soll nur die Blüthe eines einzigen Sommers seyn.“

—  Friedrich Schiller, buch Kleinere prosaische Schriften

Briefe über Don Carlos. Erster Brief. In: Friedrich Schillers sämmtliche Werke, Fünfzehnter Band, Kleinere prosaische Schriften, Erster Theil, Bey Anton Doll, Wien 1819, S. 284, Google Books https://books.google.de/books?id=9SJrlDgAHwgC&pg=PA284&dq=%22der+hauptfehler%22
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„Deine Absicht erst gibt deinem Werke seinen Namen.“

—  Ambrosius von Mailand römischer Politiker, Bischof und Kirchenlehrer 339 - 397

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„Glaubt den Werken, nicht den Worten. Worte sind leerer Schall. Die Werke aber zeigen euch den Meister an.“

—  Paracelsus Arzt, Alchemist, Astrologe, Naturforscher, Mystiker, Laientheologe und Philosoph 1493 - 1541

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„Was ich zu Bachs Lebenswerk zu sagen habe: Hören, spielen, lieben, verehren und - das Maul halten!“

—  Albert Einstein theoretischer Physiker 1879 - 1955

Antwort Albert Einsteins auf eine Anfrage der Zeitschrift "Reclams Universum. Illustrierte Wochenschrift" vom 24. März 1928, abgebildet in Ze'ev Rosenkranz: "The Einstein Scrapbook", Jerusalem, 1998, S. 143 books.google http://books.google.de/books?id=_Ioq9bRwT6UC&pg=PA143
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