„Die Sache mit dem Sündenbock funktionierte wirklich, als noch religiöse Kraft dahinterstand. Man lud dem Ziegenbock die Sünden der Stadt auf und trieb ihn hinaus, und die Stadt war gereinigt. Es funktionierte, weil alle, einschließlich der Götter, wussten, wie das Ritual zu verstehen war. Dann starben die Götter, und plötzlich musste man die Stadt ohne göttliche Hilfe reinigen. Statt Symbolen waren richtige Taten gefragt. Der Zensor war geboren, im römischen Sinn. Wachsamkeit hieß die Parole: Die Wachsamkeit aller allen gegenüber. Reinigung wurde ersetzt durch Säuberungsaktionen.“

—  J.M. Coetzee, buch Schande

Schande

Letzte Aktualisierung 23. Juni 2021. Geschichte

Ähnliche Zitate

Chavela Vargas Foto
Stefan Zweig Foto

„Alles nach dem ist Ernüchterung, Abschattung nach diesem Rausch von Farben und Formen, nach der göttlichen Vielfalt dieser Stadt.“

—  Stefan Zweig österreichischer Schriftsteller 1881 - 1942

Brazil - Land of the Future

„Denken wir uns eine Stadt, die von lauter Bäckern bewohnt wäre; was würde dies für eine Stadt sein?“

—  Friedrich Buchholz deutscher Schriftsteller 1768 - 1843

Hermes oder Über die Natur der Gesellschaft mit Blicken in die Zukunft

„Die Stadt, sie schwingt.“

—  Ronald Reng deutscher Buchautor 1970

über London, in: Gebrauchsanweisungen für London, München, 4. Auflage, 2007, S. 7. ISBN 3492275346

Le Corbusier Foto

„Der Kern unserer alten Städte mit ihren Domen und Münstern muß zerschlagen und durch Wolkenkratzer ersetzt werden.“

—  Le Corbusier schweizerisch-französischer Architekt, Stadtplaner, Maler, Zeichner, Bildhauer und Möbeldesigner 1887 - 1965

Zitiert nach Hans Sedlmayr: Verlust der Mitte, Die bildende Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts als Symptom und Symbol der Zeit, Otto Müller Verlag, Salzburg 1948, S. 109 books.google https://books.google.de/books?hl=de&id=L01NAAAAYAAJ&dq=%22ersetzt+werden%22
Original franz.: "Le centre de nos vieilles villes avec leurs cathédrales et leurs monastères doit être rasé et faire place à des groupes de gratte-ciel." - Zitiert nach Raymond Lemaire: La restauration des monuments anciens, De Sikkel, Anvers 1938, S. 44 books.google https://books.google.de/books?id=iR_qAAAAMAAJ&dq=%22Le+centre+de+nos%22

Pablo Neruda Foto
William Penn Foto

„Das Landleben ist vorzuziehen, denn dort sehen wir die Werke Gottes, aber in den Städten wenig mehr als die Werke der Menschen.“

—  William Penn gründete die Kolonie Pennsylvania 1644 - 1718

Reflexionen

Joachim Król Foto

„Mit dieser Stadt bin ich bis heute nicht warm geworden. Ich wusste nach ein paar Stunden, dass ich da nicht hingehöre.“

—  Joachim Król deutscher Schauspieler 1957

über München, Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 98/2008 vom 26./27. April 2008, S. C3

Dieter Salomon Foto

„Ich bin doch kein Nero, der die Stadt abfackelt.“

—  Dieter Salomon deutscher Politiker, MdL 1960

Interview mit der STUTTGARTER ZEITUNG Nr. 267/2006 vom 18. November 2006

Clint Eastwood Foto

„Ich reite in die Stadt
alles andere ergibt sich!“

—  Clint Eastwood US-amerikanischer Filmschauspieler, -regisseur, -produzent, -komponist und Politiker 1930

„Kultur ist der Puls einer Stadt.“

—  Jürgen Enninger

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/bayern/augsburg-kultur-juergen-enninger-1.5050710?reduced=true

Thomas von Aquin Foto

„Wohl können wir Gott unser Herz öffnen, aber nicht ohne göttliche Hilfe.“

—  Thomas von Aquin dominikanischer Philosoph und Theologe 1225 - 1274

"Quaestiones disputatae de veritate (Untersuchungen über die Wahrheit) q. 24, art. 15, ad 2"

Thomas Jefferson Foto

„Ewige Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit.“

—  Thomas Jefferson dritter amerikanische Präsident 1743 - 1826

zur ungeklärten Urheberfrage siehe Wendell Phillips.
Fälschlich zugeschrieben

Wendell Phillips Foto

„Ewige Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit.“

—  Wendell Phillips US-amerikanischer Abolitionist und Politiker 1811 - 1884

Original engl.: "Eternal vigilance is the price of liberty - power is ever stealing from the many to the few. The manna of popular liberty must be gathered each day, or it is rotten." (28. Jan. 1852) - in: Speeches Before the Massachusetts Anti-Slavery Society, Boston, 1853. S. 13
Wendell Phillips hat dieser Maxime mit zu ihrer Berühmtheit verholfen. Sie findet sich aber bereits 1809 als urheberloses Zitat "the price of liberty is eternal vigilance" in dem Buch von Thomas U. P. Charlton: "The Life of Major General James Jackson", Augusta, Georgia, 1809. S. 85 und war vermutlich in den 1830ern schon ein verbreiteter Sinnspruch (Atkinson's Casket, Sept. 1833. ).
Der irische Jurist John Philpot Curran gilt heute als der Erste, der "Freiheit" mit "ewiger Wachsamkeit" verknüpft hat. In einer Rede vom 10. Juli 1790 sagte er, möglicherweise in Anspielung auf Galaterbrief http://www.bibleserver.com/text/LUT/Galater5,1 5;1: "Die Bedingung, unter der Gott dem Menschen Freiheit gegeben hat, ist ewige Wachsamkeit; bricht er diese Bedingung, ist Knechtschaft sofort die Folge seines Verbrechens und die Bestrafung seiner Schuld." - zitiert in Norbert Mühlen: Die Amerikaner. Frankfurt/Main Fischer Taschenbuch 1977. S. 105
Original engl.: "The condition upon which God hath given liberty to man is eternal vigilance; which condition if he break, servitude is at once the consequence of his crime and the punishment of his guilt." - On the Right of Election of Lord Mayor of the City of Dublin, Delivered Before the Lord Lieutenant and Privy Council of Ireland, in: Irish eloquence: The speeches of the celebrated Irish orators, Philips, Curran and Grattan, Philadelphia, 1840. S. 15
Fälschlich zugeschrieben

Miguel Delibes Foto
Attila Foto
Juvenal Foto

„Ich kann diese vergriechte Stadt nicht ertragen, Quiriten.“

—  Juvenal römischer Satirendichter 50

Satiren III, 60f
Original lat.: "non possum ferre, Quirites,/Graeciam urbem."

Friedrich Torberg Foto

„Alle Städte sind gleich, nur Venedig ist ein bissl anders.“

—  Friedrich Torberg österreichischer Schriftsteller und Journalist 1908 - 1979

Die Tante Jolesch, 27. Aufl., München 2004

Kai Meyer Foto

„Die Alarmsirenen waren die neuen Stimmen der Stadt.“

—  Kai Meyer Deutscher Schriftsteller, Journalist, Drehbuchautor 1969

Phantasmen

Francesco Petrarca Foto

„Mir sind die Städte Feind, mir Freund die Wälder.“

—  Francesco Petrarca italienischer Dichter und Geschichtsschreiber 1304 - 1374

Der Canzoniere

Ähnliche Themen