„Es gibt ein zu Unrecht so genanntes Erzählen, das nichts mit den Menschen zu tun hat, die zuhören müssen. Da sind die manisch getriebenen Witzeerzähler, die unermüdlichen Lieferanten von Gehörtem und Erlauschtem, die Musterschüler, die ihre ganze Klugheit auf einmal hersagen müssen, ferner Exhibitionisten, die gerade dem völlig Unbekannten ihr Intimstes auftun, weil sie ihn nie wiedersehen werden - sie mißbrauchen ihn, wenn er genügend in Höflichkeit befangen ist, für eine Art Entsorgung.“

Selim oder Die Gabe der Rede. München: Piper, 1990. S. 417. ISBN 3-492-02978-7

Übernommen aus Wikiquote. Letzte Aktualisierung 23. Juni 2021. Geschichte

Ähnliche Zitate

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„Wenn einer spricht, müssen die andern zuhören – das ist deine Gelegenheit. Mißbrauche sie.“

—  Kurt Tucholský, Ratschläge für einen schlechten Redner

Ratschläge für einen schlechten Redner. In: Lerne lachen ohne zu weinen. Berlin: Rowohlt, 1932, S. 326
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„Es gibt zwei Arten von Missbräuchen“

—  John Locke englischer Philosoph und Vordenker der Aufklärung 1632 - 1704

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„Wir müssen sagen, was wir denken, müssen tun, was wir sagen, und müssen sein, was wir tun.“

—  Alfred Herrhausen Vorstandssprecher der Deutschen Bank 1930 - 1989

zitiert in: Alfred Herrhausen Gesellschaft, Leitbild https://alfred-herrhausen-gesellschaft.de/de/leitbild.htm

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„Natürlich ist es »nützlicher«, Unrecht zu tun als Unrecht zu leiden; um des denkenden Dialogs mit mir selbst willen muss gerade dieser Nützlichkeitsstandpunkt aufgegeben werden.“

—  Hannah Arendt US-amerikanische Politologin und Philosophin deutscher Herkunft 1906 - 1975

Wahrheit und Politik, S. 348 in: "Zwischen Vergangenheit und Zukunft", 2000

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„Eine ewige Erfahrung lehrt, dass jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu missbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.“

—  Charles de Montesquieu, buch Vom Geist der Gesetze

Vom Geist der Gesetze (De l'esprit des lois), XI, 4
Original franz.: "C'est une expérience éternelle que tout homme qui a du pouvoir est porté à en abuser ; il va jusqu’à ce qu'il trouve des limites."

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„Nicht der fernste Mensch ist uns das größte Geheimnis, sondern gerade der Nächste.“

—  Manfred Weber deutscher Politiker (CSU), MdEP 1972

Dietrich Bonhoeffer. Worte für jeden Tag

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„Was nützen Denkmäler des unbekannten Soldaten den Gefallenen? Erst muß der Mensch leben, dann kann seine Ehre geschützt werden!“

—  Carl von Ossietzky, buch Ossietzky spricht

Ossietzky spricht. In: Die Weltbühne, 28. Jahrgang, Nummer 27, 5. Juli 1932, 2. Band, Verlag der Weltbühne, Charlottenburg, S. 10,
Beiträge in "Die Weltbühne"

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„Menschen müssen sich von der Illusion verabschieden, dass alles so bleibt, wie es ist, wenn wir nichts tun.“

—  Frans Timmermans niederländischer Politiker 1961

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/eu-europa-klimagesetz-ziele-klimawandel-1.4831969

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„Ich wollte mit Menschen zu tun haben. Und ich wollte dem jüdischen Leben und der jüdischen Kultur in einer befangenen Gesellschaft wieder mehr Präsenz verschaffen.“

—  Rachel Salamander Literaturwissenschaftlerin, deutsche Journalistin und Unternehmerin 1949

Quelle: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/kultur/juedisches-museum-frankfurt/rachel-salamander-engagierte-pionierin-fuer-die-juedische-kultur-17001230.html

„Wir als Kirche sind nun ganz stark auf unsere Grundpfeiler zurückgeworfen. Wir müssen für die Menschen da sein, wir müssen Mut machen, beten.“

—  Theresa Brückner

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„Es ist besser, Unrecht zu leiden als Unrecht zu tun.“

—  Sókratés griechischer Philosoph -470 - -399 v.Chr

nach Platon, Gorgias, 474b
Original griech.: "τὸ ἀδικεῖν τοῦ ἀδικεῖσθαι κάκιον"; spr. "to adikeín tu adikeístai kákion."; wörtl.: „Unrechttun ist schlechter denn Unrechtleiden.“

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