Zitate von Hartmut von Hentig

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Hartmut von Hentig

Geburtstag: 23. September 1925

Hartmut von Hentig ist ein vor allem in der westdeutschen Reformpädagogik seit den 1960er Jahren einflussreicher Erziehungswissenschaftler und Publizist.

Für den Sohn eines Diplomaten war das Aufwachsen von häufigen Ortswechseln geprägt. Unmittelbar nach seinem Abitur in Berlin wurde von Hentig zur militärischen Ausbildung für den Einsatz im Zweiten Weltkrieg eingezogen. An der Ostfront erlitt er eine schwere Verwundung. Aus einem US-amerikanischen Kriegsgefangenenlager entlassen, nahm er in Göttingen das Studium der alten Sprachen auf und ging nach der Promotion in den Vereinigten Staaten als Lehrer in den Schuldienst.

1963 folgte von Hentig der Berufung auf eine Professur am Pädagogischen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen. Seit 1968 unterstützte er den Aufbau der Universität Bielefeld, wo er maßgeblich die Einrichtung der Laborschule Bielefeld mitgestaltete und seit 1974 als deren wissenschaftlicher Leiter fungierte.

Über seine Emeritierung im Jahr 1987 hinaus beteiligte sich von Hentig mit Vorträgen und Buchpublikationen am öffentlichen Diskurs im Spannungsfeld von Gesellschaft, Politik und Pädagogik. Im Zusammenhang mit den 2010 bekannt gewordenen Fällen sexuellen Missbrauchs an der Odenwaldschule war von Hentig als langjähriger enger Freund Gerold Beckers, des als Haupttäter beschuldigten ehemaligen Leiters dieser Schule, öffentlicher Kritik ausgesetzt.

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„Bildung ist nicht nur wichtiger als [... ] die Schwebebahn und der Ausbau des Autobahnnetzes, sie ist auch wichtiger als die uns gewohnte Veranstaltung Schule.“ Bildung, München/Wien, 1996

„Der Computer wird die Schule und ihren Auftrag verändern, gleich ob sie sich auf ihn einlässt oder nicht. Sie wird sich vermutlich um so mehr ändern, je weniger sie sich mit ihm befasst.“ Die Schule neu denken, 2002, Kapitel: Schwierige Veränderungen

„Die Antwort auf unsere behauptete oder tatsächliche Orientierungslosigkeit ist Bildung - nicht Wissenschaft, nicht Information, nicht die Kommunikationsgesellschaft, nicht moralische Aufrüstung, nicht der Ordnungsstaat, nicht ein Mehr an Selbsterfahrung und Gruppendynamik, nicht die angestrengte Suche nach Identität.“ Bildung, München/Wien, 1996

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