Zitate von Gustav Meyrink

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Gustav Meyrink

Geburtstag: 19. Januar 1868
Todesdatum: 4. Dezember 1932

Gustav Meyrink , war ein österreichischer Schriftsteller und Übersetzer.

Zitate Gustav Meyrink

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1868 – 1932
„Sie haben uns förmlich von der Außenwelt abgeschnitten, Josua,« unterbrach Zwakh die Stille, »seit Sie das Fenster geschlossen haben, hat niemand mehr ein Wort gesprochen.«

»Ich dachte nur darüber nach, als vorhin die Mäntel so flogen, wie seltsam es ist, wenn der Wind leblose Dinge bewegt,« antwortete Prokop schnell, wie um sich wegen seines Schweigens zu entschuldigen: »Es sieht gar so wunderlich aus, wenn Gegenstände plötzlich zu flattern anheben, die sonst immer tot daliegen. Nicht? – Ich sah einmal auf einem menschenleeren Platz zu, wie große Papierfetzen, – ohne daß ich vom Winde etwas spürte, denn ich stand durch ein Haus gedeckt, – in toller Wut im Kreise herumjagten und einander verfolgten, als hätten sie sich den Tod geschworen. Einen Augenblick später schienen sie sich beruhigt zu haben, aber plötzlich kam wieder eine wahnwitzige Erbitterung über sie, und in sinnlosem Grimm rasten sie umher, drängten sich in einen Winkel zusammen, um von neuem besessen auseinander zu stieben und schließlich hinter einer Ecke zu verschwinden.

Nur eine dicke Zeitung konnte nicht mitkommen; sie blieb auf dem Pflaster liegen und klappte haßerfüllt auf und zu, als sei ihr der Atem ausgegangen und als schnappe sie nach Luft.

Ein dunkler Verdacht stieg damals in mir auf: was, wenn am Ende wir Lebewesen auch so etwas Ähnliches wären wie solche Papierfetzen? – Ob nicht vielleicht ein unsichtbarer, unbegreiflicher »Wind« auch uns hin und her treibt und unsre Handlungen bestimmt, während wir in unserer Einfalt glauben unter eigenem, freiem Willen zu stehen?

Wie, wenn das Leben in uns nichts anderes wäre als ein rätselhafter Wirbelwind? Jener Wind, von dem die Bibel sagt: Weißt du, von wannen er kommt und wohin er geht? – – – Träumen wir nicht auch zuweilen, wir griffen in tiefes Wasser und fingen silberne Fische, und nichts anderes ist geschehen, als daß ein kalter Luftzug unsere Hände traf?«“












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Austrian writer and translator 1868 – 1932
„All around were people such as the eternal petty bourgeois of all lands eyes with the instinctive hatred of the bandy-legged mongrel for a thoroughbred, beings that will ever remain a mystery to the masses, arousing both contempt and envy, creatures that can wade through blood without batting an eyelid and yet swoon at the screech of a fork across a plate, who will pull out a revolver at the slightest suggestion of a sneer yet calmly smile when caught cheating at cards, for whom vices, the very thought of which makes the ordinary citizen shudder, are commonplace and who would rather go thirsty for days than drink out of a glass another has used, who accept God as a matter of course and yet shut themselves off from Him because they find Him boring, who are considered hollow by people who crudely assume that what, in the course of generations, has become the essence of such creatures, is mere veneer and outward show; they are neither hollow nor the opposite, they are beings who have lost their souls and have therefore become the incarnation of evil for the multitude which will never possess a soul, they are aristocrats who would rather die than crawl to anyone, who, with unerring instinct, spot the plebeian within their fellow-man
and place him lower than the animals and yet fall down before him if he happens to be sitting on the throne, they are lords of the earth who can become helpless as a child at the slightest frown on the face of destiny, instruments of the Devil and at the same time his plaything.“
The Green Face

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