Zitate von Dschunaid

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Dschunaid

Geburtstag: 830
Todesdatum: 909

Abū l-Qāsim al-Dschunaid ibn Muhammad al-Chazzāz al-Qawārīrī war ein Vertreter der Bagdader Mystik und gilt bis heute als eine der wichtigsten Autoritäten des Sufismus.

Al-Dschunaid war Sohn eines persischen Kaufmanns, der mit Flaschen oder Kristallen handelte, woher auch seine Nisba al-Qawārīrī rührt. Seine Familie stammte aus der persischen Stadt Nahavand. Er wuchs in Bagdad im Haushalt seines Onkels Sarī as-Saqaṭī auf, der ihn auch in die Mystik einführte. Sufische Lehren lernte er außerdem bei al-Hārith al-Muhāsibī kennen, mit dem er lange Spaziergänge durchführte. Er selbst war als Seidenhändler tätig, studierte daneben aber auch Islamisches Recht bei dem schafiitischen Gelehrten Abū Thaur. Mit zwanzig Jahren war seine juristische Ausbildung so weit abgeschlossen, dass er in dessen Namen Rechtsgutachten abgeben konnte.

Dschunaid sah im Sufismus einen Weg der ständigen Läuterung und des seelischen Kampfes . Er verurteilte manche andere Sufis scharf, die meinten, sich über Moral und religiöse Pflichten hinwegsetzen zu können oder die Vorschriften des Koran nicht mehr beachten zu müssen. Für Dschunaid waren Koran und Sunna die Grundlagen des Glaubens, und diese können durch keine mystische Erfahrung außer Kraft gesetzt werden. Außerdem galten für ihn für das Beschreiten des mystischen Wegs eine bestimmte Lebensweise als Voraussetzung: rituelle Reinheit , ständiges Gottesgedenken periodisches Fasten , Klausuren, Zeiten des Schweigens, Aufgeben des eigenen Besitzes und die Führung durch einen Sufi-Meister .

Nach Dschunaid ist das Ziel des Sufismus nicht das „Einheitserlebnis“, sondern der Zustand nach der Rückkehr dieses Erlebnisses zum Bewusstsein seiner selbst. Nach dieser Rückkehr besitzt man die Klarheit der Gotteserkenntnis, d. h. das Leben ist ein Leben in Gott. Jedoch sagte Dschunaid, dass man nicht ein von Gott geleitetes Leben in einsamer Abgeschiedenheit führen solle. Vielmehr soll man fest in der Gemeinschaft der Mitmenschen stehen, um ihnen ein Vorbild sein und ihnen helfend zur Seite stehen zu können. Er lehnte jedoch den Sufi Mansur al-Halladsch ab, der seiner Meinung nach die Geheimnisse des Sufipfades in aller Öffentlichkeit preisgab.

Dschunaid wird von verschiedenen Richtungen und Schulen als Meister angesehen, und die meisten spirituellen Ketten der späteren Sufiorden gehen auf ihn zurück.

Zitate Dschunaid

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persischer Mystiker 830 – 909
„Sufismus wird nicht erworben durch viel Beten und Fasten, sondern ist die Sicherheit des Herzens und die Großmut der Seele.“Zitiert von Annemarie Schimmel in "Mystische Dimensionen des Islam", Qualandar Verlag 1979, ISBN 978-3-92212-107-7, S. 14

Dschunaid2
persischer Mystiker 830 – 909
„Sufismus besteht nicht aus Praktiken und Wissenschaften, sondern ist Moral.“Zitiert von Annemarie Schimmel in "Mystische Dimensionen des Islam", Qualandar Verlag 1979, ISBN 978-3-92212-107-7, S. 33

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