Zitate von Richard Sennett

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Richard Sennett

Geburtstag: 1. Januar 1943

Richard Sennett ist ein US-amerikanischer Soziologe. Der Sohn russischer Einwanderer lehrt Soziologie und Geschichte an der New York University und der London School of Economics and Political Science. Seine Hauptforschungsgebiete sind Städte, Arbeit und Kultursoziologie. Sennett ist verheiratet mit der Stadtsoziologin Saskia Sassen.

Sennett wurde als Theoretiker und Historiker des städtischen Lebens bekannt. Seine Hauptthemen sind die Vereinzelung, Orientierungslosigkeit und Ohnmacht moderner Individuen, die Oberflächlichkeit und Instabilität zwischenmenschlicher Beziehungen sowie die Ausübung von Herrschaft. Vor allem in seinen Frühwerken bleibt er Chicago, der Stadt seiner Kindheit, und den in ihr gemachten Erfahrungen stark verhaftet. Die hohe Aktualität seiner Themen und sein eingängiger, essayistischer Stil ließen seine Bücher zu Bestsellern avancieren.

Berühmt wurde Sennett mit seinem Buch Verfall und Ende des öffentlichen Lebens . In seinem Werk Handwerk fordert er, in Abgrenzung zu den Arbeitsbedingungen des Finanzkapitalismus den Eigenwert der individuellen Arbeit wiederherzustellen und die Arbeitsumstände für die Menschen so zu gestalten, dass sie danach streben, ihre Tätigkeit möglichst gut zu verrichten. Handwerk ist das erste Buch einer Trilogie in einem Projekt von Sennett namens "Homo faber". Darin geht es um den Menschen als "Macher" von Dingen. Als zweiter Band erschien 2012 das Buch Zusammenarbeit: Was unsere Gesellschaft zusammenhält.

Seine Thesen stehen stets in Zusammenhang mit der Religions- und Kunstgeschichte. Der christliche Begriff agape, als gemeinsames Mahl, steht sinnbildlich für ein gemeinsames Handeln.

Zitate Richard Sennett

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„Die Ideologie der Intimität verwandelt alle politischen Kategorien in psychologische.“ Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität, Frankfurt am Main 1986, S. 329. ISBN 3-596-27353-6. Übersetzer: Reinhard Kaiser


„Zivilisiertheit ist ein Verhalten, das die Menschen voreinander schützt und es ihnen zugleich ermöglicht, an der Gesellschaft anderer Gefallen zu finden.“ Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität, Frankfurt am Main 1986, S. 335. ISBN 3-596-27353-6. Übersetzer: Reinhard Kaiser


„Wer die Fähigkeit zu spielen verliert, verliert auch das Gefühl dafür, dass die Welt plastisch ist.“ Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität, Frankfurt am Main 1986, S. 339. ISBN 3-596-27353-6. Übersetzer: Reinhard Kaiser

„Langeweile ist die notwendige Konsequenz einer Intimität, die als Tausch funktioniert.“ Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität, Frankfurt am Main 1986, S. 24. ISBN 3-596-27353-6. Übersetzer: Reinhard Kaiser

„Glauben bleibt eine Grundvoraussetzung von Gesellschaft, und der Wille zu glauben verliert sich nicht, auch wenn die Menschen ihren Glauben an Gott verlieren.“ Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität, Frankfurt am Main 1986, S. 197. ISBN 3-596-27353-6. Übersetzer: Reinhard Kaiser






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Sociologist (b.1943) 1943
„The reigning belief today is that closeness between persons is a moral good. The reigning aspiration today is to develop individual personality through experiences of closeness and warmth with others. The reigning myth today is that the evils of society can all be understood as evils of impersonality, alienation, and coldness. The sum of these three is an ideology of intimacy: social relationships of all kinds are real, believable, and authentic the closer they approach the inner psychological concerns of each person. This ideology transmutes political categories into psychological categories. This ideology of intimacy defines the humanitarian spirit of a society without gods: warmth is our god. The history of the rise and fall of public culture at the very least calls this humanitarian spirit into question. The belief in closeness between persons as a moral good is in fact the product of a profound dislocation which capitalism and secular belief produced in the last century. Because of this dislocation, people sought to find personal meanings in impersonal situations, in objects, and in the objective conditions of society itself. They could not find these meanings; as the world became psychomorphic, it became mystifying. They therefore sought to flee, and find in the private realms of life, especially in the family, some principle of order in the perception of personality. Thus the past built a hidden desire for stability in the overt desire for closeness between human beings. Even as we have revolted against the stern sexual rigidities of the Victorian family, we continue to burden close relations with others with these hidden desires for security, rest, and permanence. When the relations cannot bear these burdens, we conclude there is something wrong with the relationship, rather than with the unspoken expectations. Arriving at a feeling of closeness to others is thus often after a process of testing them; the relationship is both close and closed. If it changes, if it must change, there is a feeling of trust betrayed. Closeness burdened with the expectation of stability makes emotional communication—hard enough as it is—one step more difficult. Can intimacy on these terms really be a virtue?“ The Fall of Public Man






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