„[... ] die Literatur kam auf merkwürdige Art, ganz locker und grazilen Schritts, mit roten hochhackigen Schuhen, schräg sitzender Russenmütze und beigefarbenem Trenchcoat auf ihn zu. Doch selbst so interessierte sie ihn nicht allzu sehr, bis er sie ganz bewusst mit Catherine Deneuve verwechselte, die er noch vor Kurzem mit Trenchcoat und Schirm in einem sehr regnerischen Film gesehen hatte, der in Cherbourg spielte. [... ] Bedauerlich, dass seine Mutter ihn mitten in seiner Erinnerung an den Augenblick riss, als er ob einer tiefen Sinnesverwirrung glaubte, die Literatur sei Catherine Deneuve, ein Missverständnis, das zu korrigieren ihm nie mehr gelang, gerade als er sie allein und überaus lasziv in ihren roten Schuhen und völlig nackt unter ihrem Trenchcoat, mit schräg sitzender Mütze an jenem regnerischen Tag leicht bedrückt auf sich zukommen sah, dass seine Mutter ihn daran hinderte, diese Vision, die ihn immer wieder aufs Neue erregt, bis zum Ende auszukosten. [... ] Niemand weiß von seiner Schwierigkeit, die Literatur von Catherine Deneuve zu trennen.“

—  Enrique Vila-Matas, Dublinesque
Werbung

Ähnliche Zitate

Oscar Wilde Foto

„Journalismus ist unlesbar, und Literatur wird nicht gelesen.“

—  Oscar Wilde irischer Schriftsteller 1854 - 1900
Der Kritiker als Künstler, Szene 1 / Gilbert (auf die Frage von Ernest, was der Unterschied zwischen beiden ist)

Mark Twain Foto
Werbung
Silvana E. Schneider Foto
André Gide Foto

„Mit den schönen Gefühlen macht man die schlechte Literatur.“

—  André Gide französischer Schriftsteller; Literaturnobelpreisträger 1947 1869 - 1951
Dostoiewsky. Paris 1923; p.247

Ludwig Börne Foto

„Gar keinen, wie die deutsche Literatur.“

—  Ludwig Börne deutscher Journalist, Literatur- und Theaterkritiker 1786 - 1837
Letzte Worte, als der Arzt ihn fragte, welchen Geschmack er habe. zitiert in: Ludwig Börne, Eine biographisch-literarische Studie zur Feier seines hundertjährigen Geburtstags. Von Conrad Alberti. Leipzig: Otto Wigand, 1886. S. 189. Google Books

„Literatur eignet sich nicht zur Darstellung von Sachverhalten, wohl aber zur Manipulation des Lesers und meiner selbst.“

—  Thomas Raab österreichischer Schriftsteller, Übersetzer und Kognitionsforscher 1968
Graz news 2002, klett-cotta. de

Marcel Reich-Ranicki Foto

„Mich interessiert die Literatur, nicht das Buch.“

—  Marcel Reich-Ranicki deutscher Literaturkritiker, Publizist 1920 - 2013
Das Literarische Quartett, ZDF, zitiert in: Punkt! Das Magazin des Nordbayerischen Kuriers, 4. Februar 2005, reich-ranicki. com

Oscar Wilde Foto
Werbung
Nelly Sachs Foto

„So einsam ist der Mensch / sucht gen Osten / wo die Melancholia im Dämmerungsgesicht erscheint / Rot ist der Osten vom Hähnekrähen.“

—  Nelly Sachs deutsche Schriftstellerin, Lyrikerin und Literatur-Nobelpreisträgerin 1891 - 1970
So einsam ist der Mensch. Aus: Späte Gedichte. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1965. S. 146

„Sie achtet nicht der Notenregeln // und klimpert nur mit roten Nägeln.“

—  Franz Mittler österreichischer Musiker und Schriftsteller 1893 - 1970
Gesammelte Schüttelreime, herausgegeben von Friedrich Torberg, Serie Piper, Band 1642, München 1994, ISBN 3-492-11642-6.

Gertrude Stein Foto
Werbung
Karl Friedrich Wilhelm Wander Foto
Amos Oz Foto

„Der beste Weg, die Seele eines anderen Landes kennenzulernen, ist seine Literatur zu lesen.“

—  Amos Oz israelischer Schriftsteller und Mitbegründer der israelischen Friedensbewegung „Peace Now“ 1939

„Zinnober kann man abwischen, aber man kann ihm nicht seine Röte nehmen.“

—  Lü Bu We chinesischer Kaufmann, Politiker und Philosoph -291
Frühling und Herbst des Lü Bu We, S. 149

Johannes Scherr Foto
Folgend