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Paul Émile Appell

Geburtstag: 27. September 1855
Todesdatum: 24. Oktober 1930

Paul Émile Appell war ein französischer Mathematiker.

Appell stammte aus einer katholischen, Frankreich ergebenen Familie des Elsass, sein Vater hatte eine Färberei in Ritterhus. Appell war ebenfalls glühender französischer Patriot und wechselte nach dem Tod des Vaters in ein französischsprachiges Gymnasium. Nach der Annexion von Elsaß-Lothringen 1871 durch das Deutsche Reich zog er nach Nancy, wo er sich mit Henri Poincaré anfreundete. 1873 begann er sein Studium an der École normale supérieure in Paris, wo er 1876 als Bester abschloss und gleichzeitig in Mathematik promovierte. 1881 heiratete er eine Nichte von Joseph Bertrand . 1885 wurde er Professor für Mechanik an der Sorbonne. 1892 wurde er in die Akademie der Wissenschaften gewählt. 1903 bis 1920 war er Dekan der Fakultät der Wissenschaften an der Universität Paris und 1920 bis 1925 Rektor. Er war sehr aktiv in staatlichen Komitees zur Unterrichtsreform. Während der Dreyfus-Affäre engagierte er sich für Dreyfus, der wie er aus dem Elsass stammte. Während des Ersten Weltkriegs gründete er die Secours National, die u.a. zivile Opfer des Krieges unterstützte, und danach war er in den 1920er Jahren Generalsekretär der französischen Gesandtschaft beim Völkerbund in Genf.

Appell befasste sich mit Geometrie, Analysis und insbesondere mit Mechanik, in der er u.a. 1878 elliptische Funktionen auf die Pendelbewegung anwandte. Sein Buch über elliptische Funktionen und ihre Anwendungen erschien 1897 und ein zweibändiges Werk mit Édouard Goursat über algebraische Funktionen und ihre Integrale 1895. Die sogenannten Appellschen Gleichungen stellen die allgemeinsten Bewegungsgleichungen mechanischer Systeme dar. Ab 1921 erschien seine fünfbändige Traité de mecanique rationel. Im Jahr 1880 führte er die nach ihm benannte Folge von Polynomen ein, deren n-tes Glied abgeleitet das n-fache des vorhergehenden ergibt. Mit Joseph Kampé de Fériet veröffentlichte er 1915 ein Buch über die Hypergeometrische Funktion und deren Verallgemeinerung.

Bertrand hatte drei Töchter, von denen eine Émile Borel heiratete. 1885 war er Präsident der Société Mathématique de France.

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